Die Martinskirche markiert die Ortslage in Jugenheim inmitten der Rebenhügel. Foto: Gemeinde JugenheimDie Martinskirche markiert die Ortslage in Jugenheim inmitten der Rebenhügel. Foto: Gemeinde Jugenheim

Gemeinde Jugenheim: Moderne Gemeinde mit dörflichem Charme

Eingebettet in Rebenhügel und ein Wäldchen liegt in einem Seitental der Selz das Weindorf Jugenheim. Wer sich Jugenheim nähert, erkennt schon von weitem den Turm der über 200 Jahre alten evangelischen, vom nassauisch-saarbrückischen Generalbaudirektor Friedrich Joachim Stengel von 1769 bis 1775 erbauten barocken Martinskirche. Die Martinskirche überragt die Gemeinde und bildet den architektonischen Höhepunkt.

Jugenheim ist ein typisches rheinhessisches Dorf. Bereits bei einem ersten Rundgang wird deutlich, dass sich die Gemeinde in den zurückliegenden Jahren erfolgreich um den Erhalt ihrer alten Bausubstanz bemüht hat. Das belegen viele Hausfassaden entlang der Straßen des Dorfes und ihre freigelegte sowie farblich gestaltete Fachwerkstruktur ebenso wie die Plätze des Ortes. Neubaugebiete erweitern harmonisch den alten Dorfkern.

Die Kindergärten Martin-Luther-King und Rathausstrolche bieten jungen Familien eine sichere und hochwertige Kinderbetreuung. Die Initiative „Willkommen im Dorf“ zeigt beispielhaft, wie Integration von Flüchtlingen gestaltet werden kann.

Jugenheim und seine gegenwärtig 1.630 Einwohner gehören zum Landkreis Mainz-Bingen sowie zur Verbandsgemeinde Nieder-Olm. Zu den Persönlichkeiten, die in Jugenheim geboren wurden, zählen der Räuberhauptmann Heinrich Anton Leichtweiß (1723 bis 1793), der Gründer der ersten Schellackfabrik im Jahre 1836 in Mainz, Carl Ludwig Marx, die Jugendbuchschriftstellerin Dr. Paula Millotat (1912 bis 1995), aus der seit 1792 in Jugenheim ansässigen Familie Lucius und Landrat Claus Schick, der über 25 Jahre die Geschicke des Landkreises Mainz-Bingen lenkte.

Im Jahr 2017 feierte die Gemeinde ihre erste urkundliche Erwähnung vor 1250 Jahren mit einem gelungenen Fest. Eine Dorfchronik, die zu diesem Anlass von SWR Journalist Wolfhard Klein geschrieben wurde, dokumentiert eindrucksvoll die Jugenheimer Geschichte.

Dörflicher Charakter und reges Vereinsleben

Die Gemeinde hat sich in den zurückliegenden Jahren in vielen Bereichen weiterentwickelt. Ihr dörflicher Charakter und ein reges Vereinsleben zeichnen sie aus. Eine moderne Sportanlage am Wiesenweg mit Sportplatz, Tennisplätzen, einer Tennishalle, einem Reitplatz mit dazugehöriger Halle laden Bürger und Gäste zu einer breiten Palette sportlicher Aktivitäten ein. Einen guten Überblick über die Angebote der Vereine gibt der vom Vereinsring jährlich zusammengestellte Vereinsringkalender. 2013 wurde ergänzend zu dem naturnahen Spielgelände am Saubach auf 2.000 Quadratmetern ein inklusives Spielgelände geschaffen, das sich bei Kindern großer Beliebtheit erfreut. Die Angebote der Jugenheimer Gastronomie sind reichhaltig. Den Bürgern stehen für Einkäufe ein CAP-Lebensmittelmarkt und eine Bäckerei zur Verfügung.

Es hat sich ausgezahlt, dass Jugenheim bereits in den 80er Jahren begonnen hat, die baulichen Veränderungen im alten Ortskern durch eine Dorf- und Erhaltungssatzung zu begleiten. Geschmackvoll sanierte Bauernhäuser und neu gestaltete Dorfplätze ergänzen die historische Bausubstanz von Martinskirche, Wohnhaus des Amtmannes, des früheren Amtshofes und das rechtzeitig für das Jubiläumsjahr renovierte Kriegerdenkmal von 1870/71 gegenüber dem alten Marktplatz.

Jugenheim ist eine Gemeinde, der es gelungen ist, Landwirtschaft, Gewerbe, Wohnen und Freizeitgestaltungsmöglichkeiten im Einklang zu halten. Die Ansiedlung von Gewerbe und Handwerk war in den vergangenen Jahren erfolgreich. Neben den traditionellen Handwerksbetrieben hat sich eine Vielzahl anderer Branchen in Jugenheim angesiedelt. Das hat Arbeitsplätze geschaffen. Ihre erfolgreiche Arbeit belegt der deutlich angestiegene Gewerbesteueranteil.

Nachhaltiger Naturschutz

Naturschutz hat in Jugenheim einen hohen Stellenwert. Der Naturschutzbund NABU hat in Jugenheim die größte zusammenhängende Fläche in Rheinhessen; Schafsherden, Biotope, Naturbrachen, Wildorchideen, aber auch das Jugenheimer Wäldchen gehören zum natürlichen Erscheinungsbild. Auch die Jagdgemeinschaft leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Das wird bei einemRundgang durch die Gemeinde oder bei einer Wanderung über den von den Winzern angelegten Terroir-Weg mit seinen erklärenden Hinweisschildern deutlich. Man kann sich an der vielseitigen Flora und Fauna der Umgebung Jugenheims erfreuen, Fernblicke in das Rheintal, zum Donnersberg und Odenwald genießen oder an einem der fünf Weinbergshäuschen verweilen.

Jugenheim ist für seine Weine bekannt, vor allem aus der Lage Goldberg. Unsere Winzer laden über das Jahr mit Hoffesten und Weinproben zur Verköstigung ihrer Weine ein. Höhepunkt ist die anlässlich der Kerb in der 2. Septemberwoche angebotene Weinwanderung rund um den Goldberg. Dabei präsentieren die Jugenheimer Weingüter Schätze aus ihren Kellern.

In Jugenheim spielt Dorfentwicklung eine große Rolle, aktuell wurde erfolgreich die Schulstraße aus Mitteln der wiederkehrenden
Beiträge saniert. Ein neues Feuerwehrgerätehaus soll in Richtung Partenheim realisiert werden. Die Erweiterung des Gewerbegebietes Wiesenweg ist in der Planung, ebenso das innovative Projekt Wohnhöfe, bei dem Alt und Jung eine Bleibeperspektive in Jugenheim erhalten sollen.

Weitere Informationen: https://www.jugenheim-rheinhessen.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 02/2019

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