Historisch wertvoll: Die legendäre Kur-Promenade von Bad Ems zählt zu den herausragenden Orten in der neuen Verbandsgemeinde Bad Ems- Nassau. Foto: Herbert PielHerbert Piel / Historisch wertvoll: Die legendäre Kur-Promenade von Bad Ems zählt zu den herausragenden Orten in der neuen Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau.

Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau: Fusion mit glänzender Perspektive

Seit dem 1. Januar 2019 gibt es durch den Zusammenschluss der Verbandsgemeinde Bad Ems und der Verbandsgemeinde Nassau die neue Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau. Die neue Verbandsgemeinde entstand aufgrund des Ersten Gesetzes zur Kommunal- und Verwaltungsreform. Darin wurde festgelegt, dass Verbandsgemeinden mit mindestens 12.000 Einwohnern eine ausreichende Leistungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Verwaltungskraft haben müssen.

Für die alte Verbandsgemeinde Bad Ems war dies mit damals etwa 16.600 Einwohnern gegeben, die Verbandsgemeinde Nassau lag jedoch unter diesem Wert. Der Fusionsprozess war nicht unumstritten, nahm aber einen guten Verlauf.

Neuer Sitz in Bad Ems

Insgesamt zeigte sich, dass die alte Verbandsgemeinde Bad Ems über die Pflichtaufgaben hinaus in größerem Maß Aufgaben übernommen hatte als die Verbandsgemeinde Nassau. Hierzu mussten Lösungen gefunden werden. Unterschiedliche
Strukturen bei den Kindertagesstätten erforderten ebenso ausgleichende Regelungen unter Beachtung einer gerechten Kostenbeteiligung der Ortsgemeinden. Die Aufgabe der überörtlichen Tourismusförderung wurde von der Verbandsgemeinde übernommen. Verwaltungssitz der neuen Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau ist das Rathaus in Bad Ems, die beiden Verbandsgemeindewerke wurden zu einem Eigenbetrieb mit Standort in Nassau zusammengeführt.

In Nassau ist auch ein Bürgerbüro eingerichtet. Die Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau zählt 28.129 Einwohner auf einer Fläche von 155 Quadratkilometern in 28 Ortsgemeinden. Größte Gemeinden sind die beiden Städte Bad Ems mit 9678 und Nassau mit 4607 Einwohnern, die kleinsten sind Misselberg mit 88 und Zimmerschied mit 92 Einwohnern.

Nach dem Regionalen Raumordnungsplan Mittelrhein ist Bad Ems Mittelzentrum, Nassau Grundzentrum. Gleich drei Gemeinden – Bad Ems, Dausenau und Nassau – listet der Plan als Gemeinden mit regional bedeutsamen, kulturhistorisch
besonders wertvollen Ortskernen auf. Das Gebiet ist durch Bundes- und Kreisstraßen gut erschlossen, ebenso durch die Eisenbahn im Lahntal. Der ICE-Bahnhof Montabaur und mit ihm die Flughäfen Frankfurt/Main und Köln sind schnell erreichbar. Koblenz als Oberzentrum liegt gewissermaßen vor der Haustür.

Mittelzentrum auf Wachstumskurs

Die neue Verbandsgemeinde ist mit den wichtigsten Schularten gut ausgestattet. Neben dem Goethe-Gymnasium in Bad Ems und dem privaten Gymnasium Leifheit-Campus in Nassau gibt es die Realschule plus Bad Ems-Nassau und sieben Grundschulen in verschiedenen Ortsgemeinden.

Auch die medizinische Versorgung kann mit niedergelassenen Ärzten, mit Rehabilitationskliniken in der Kurstadt Bad Ems und mit Krankenhäusern in Bad Ems und Nassau als gut bezeichnet werden. In beiden Städten sowie in Arzbach gibt es Pflegeheime. Eine überregional bedeutende Einrichtung ist die Stiftung Scheuern, die Menschen mit geistiger Behinderung, erworbener Hirnschädigung und psychischer Erkrankung betreut. Sie zählt zugleich zu den größten Arbeitgebern der Region. Die Region bietet viele Arbeitsplätze.

Bad Ems etwa ist als medizinischer Standort mit Kliniken und für die Herstellung medizinischer Produkte bekannt. In Nassau hingegen sind Industriebetriebe im Bereich der Metallverarbeitung und Herstellung von Haushaltsgeräten angesiedelt. Durch die Fusion entstehen bereits jetzt Synergien, die dazu führen werden, dass in Zukunft in der neuen Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau ein stets wachsendes Wirtschafts- und Dienstleistungsangebot zur Verfügung stehen wird.

Historisch wertvolles Erbe

Die relative Geschlossenheit der neuen Verbandsgemeinde erklärt sich auch durch ihre gewachsenen historischen Strukturen. Nassau ist die Stammburg des gleichnamigen Grafengeschlechts und damit auch des heutigen niederländischen Königshauses Oranien-Nassau sowie der Großherzöge von Luxemburg.

Der berühmteste Sohn der Stadt ist Reichsfreiherr Karl Friedrich vom und zum Stein (1757-1831), einer der führenden Köpfe der preußischen Reformen. Die heutige kommunale Selbstverwaltung geht auf seine Ideen zurück. Begraben ist Stein in der Familiengruft in Frücht.

Überregionale geschichtliche Bedeutung erlangte die Kurstadt Bad Ems als einer der mondänen Badeorte des 19. Jahrhunderts. Kaiser und Könige, Komponisten und Schriftsteller von Weltrang gehörten zu den Gästen. Diese Vergangenheit
hat das Stadtbild von Bad Ems mit seiner eindrucksvollen Bäderarchitektur geprägt. Die reichhaltige Kulturlandschaft des unteren Lahntals ist die Grundlage dafür, dass im Gebiet der Verbandsgemeinde Bad Ems-Nassau der Tourismus eine besondere Rolle spielt.

Weitere Informationen: www.vgben.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 05/2019

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