Unterhalb der imposanten Marksburg liegt das mittelalterliche Städtchen Braubach. © Foto: Joachim MüllerJoachim Müller - Unterhalb der imposanten Marksburg liegt das mittelalterliche Städtchen Braubach.

Stadt Braubach: Im Schatten der Marksburg

Inmitten des romantischen Unesco-Welterbes Oberes Mittelrheintal lädt eine kleine Stadt zum Besuch ein: Braubach ist eine Stadt mit langer Geschichte, mittelalterlichem Charakter und idyllischem Flair – umgeben von Reben und Rosen, bewacht von der imposanten Marksburg, die hoch über den verwinkelten Altstadtgassen thront. Sie ist die einzige unzerstörte Höhenburg am Mittelrhein. Sie ist gleichzeitig Sitz der Deutschen Burgenvereinigung.

Zahlreiche Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind in Braubach noch zu finden, so die historische Barbarakirche aus dem 13. Jahrhundert, deren Turm Eckbefestigung der Stadtmauer war. Sehenswert ist auch die Martinskapelle aus dem 11. Jahrhundert. Hier befindet sich die Ruhestätte des berühmten Kammersängers Heinrich Schlusnus (1888 – 1952), der in Braubach geboren ist und von seiner Heimatstadt mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet wurde.

Weinanbau mit langer Geschichte

Am Südausgang der Altstadt liegt die Philippsburg mit ihrem romantischen Innenhof. Hier beherbergt das Europäische Burgeninstitut eine der größten burgenkundlichen Bibliotheken Europas. Gleich daneben lädt der Renaissancegarten, der nach alten Plänen angelegt und bepflanzt wurde, zum Verweilen ein.

Neben eindrucksvollen Zeugnissen längst vergangener Zeiten lockt eine Vielzahl von Veranstaltungen den interessierten Besucher nach Braubach. Die weit über die Region hinaus bekanntesten sind Rhein in Flammen am 2. Augustsamstag sowie das Winzerfest am 1. Oktoberwochenende. Der Wein zählt zum lebendigen Erbteil der Kleinstadt und der gesamten Region. Bereits die erste urkundliche Erwähnung Braubachs im Jahre 691 stand in Zusammenhang mit dem Weinbau. Dies ist gleichzeitig der älteste urkundliche Beleg für den Weinbau am rechtsrheinischen Mittelrhein überhaupt. In den steilen Lagen gestaltete sich damals wie heute die Arbeit schwierig. Geprägt wurde die Stadt auch durch den Bergbau, der bereits im frühen Mittelalter urkundlich belegt ist. Daraus hervor ging später die Blei- und Silberhütte, wo die geförderten Erze eingeschmolzen wurden. Heute ist die BSB Recycling GmbH ein moderner Betrieb zur Aufbereitung von Akku-Schrott und größter Arbeitgeber der Stadt.

Lebensqualität und Wachstum am Mittelrhein

Mit der Anbindung an den Premiumwanderweg „Rheinsteig“ und aufgrund der Lage am Rheinradweg hat der Stellenwert des Tourismus weiter zugenommen. Neben kleinen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen erfreut sich der Wohnmobilstellplatz direkt am Rheinufer steigender Beliebtheit. Die neu gestalteten Rheinanlagen mit ihren großzügigen Grünflächen werden von Einheimischen und Gästen sehr geschätzt.

Mit rund 3.100 Einwohnern entwickelt sich die Bevölkerungszahl wieder positiv nach oben. Die Infrastruktur ist vorhanden – Braubach verfügt über eine Grundschule sowie 3 Kindertagesstätten. Seit 2012 nimmt Braubach zudem am Stadtentwicklungsprogramm teil. Diese Form der Städtebauförderung ermöglicht im Rahmen der Stadtsanierung auch privaten Hauseigentümern finanzielle Unterstützung bei der Modernisierung ihrer Gebäude. Beim hohen Bestand an mittelalterlichen Wohnhäusern in Braubach ist diese Unterstützung auch eine wichtige Investition in das Erscheinungsbild der Stadt.

Idylle mit Anschluss

Für Braubach als Rheinanlieger ist außerdem der Hochwasserschutz ein bedeutendes Thema. So wurde ein Schutzdeich entlang der Bebauung errichtet. Siebzehn Einzelbrunnen regulieren den Grundwasserstrom bei Hochwasser und werden über ein zentrales Gebäude gesteuert. Seit 1988 wurden in Braubach 17 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert. Ein Engagement mit Folgen: Die Stadt blieb in den vergangenen Jahren weitgehend hochwasserfrei.

Eine weitere Herausforderung gilt es in der Zukunft zu meistern – die Verkehrsbelastung nimmt stetig zu. Braubach liegt an der Verkehrsachse, die den Taunus mit der Rheinschiene und dem Oberzentrum Koblenz verbindet. Dies führt zu einer enormen Verkehrsbelastung mitten durch die Stadt. Seit vielen Jahren ist daher der Bau einer Umgehungsstraße in der Überlegung. Ende 2015, Anfang 2016 wurde seitens des Landesbetriebes Mobilität (LBM) ein Kosten-Nutzen-Faktor von 1,3 errechnet, so dass die Planungen für den Bau einer Umgehungsstraße Braubach weiter vorangetrieben werden sollen.

Weitere Informationen: https://braubach.welterbe-mittel-rhein.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 01/2019

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