Blick vom Wackenberg: Im Tal liegt St. Goar am Fuße der Burg Rheinfels. An spektakulären Aussichten mangelt es der neuen Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein keineswegs. ©TI Hunsrück-MittelrheinTI Hunsrück-Mittelrhein

Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein – Hunsrück und Rhein harmonisch vereint

Die zum 1. Januar 2020 neu gebildete Verbandsgemeinde Hunsrück-Mittelrhein besteht aus den benachbarten vormaligen Verbandsgemeinden Emmelshausen und St. Goar-Oberwesel, die im Rahmen landesgesetzlicher Vorgaben einvernehmlich fusioniert haben. Auf einer Fläche von 234 km² umfasst die neue Verbandsgemeinde rund 24.000 Einwohner/innen in 33 gepflegten Gemeinden, darunter drei attraktive Städte.

Emmelshausen ist mit rund 5.000 Einwohnern zugleich Verwaltungssitz. Sein Entstehen verdankt der Ort dem Bau der Hunsrückbahn 1908 und der Hunsrückhöhenstraße 30 Jahre später. 1935 gegründet, erlangte die Gemeinde 75 Jahre später Stadtrechte, was ihre Bedeutung für die Region unterstreicht. Einen historischen Ortskern wird man also vergebens suchen: Das älteste Gebäude ist der alte Bahnhof, der seit seiner Renovierung als Kulturbahnhof genutzt wird.

Oberwesel gilt als die Stadt der Türme und des Weines. Bereits von weitem erkennt der Rheinreisende die historische Silhouette aus Schönburg, Liebfrauenkirche, Martinskirche und der stolzen Wehrmauer mit ihren zahlreichen Türmen. In der Stadt mit rund 3.000 Einwohnern befindet sich zudem eine Außenstelle der Verwaltung mit den wesentlichen Bürgerdiensten.

St. Goar wiederum ist die kleinste Weltstadt am Mittelrhein. Mit ihren rund 2.800 Einwohnern gilt sie weder als Dorf noch als anonyme Großstadt.Weltoffen, international, bunt, in ihrer abwechslungsreichen Geschichte mal französisch, dann wieder deutsch. Wegen der Nähe zur Loreley ist die ehemalige Kreisstadt St. Goar von jeher ein beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt.

Regionale Gegensätze aufgelöst

Noch Mitte des letzten Jahrhunderts gab es spürbare Gegensätze. So mancher Hunsrücker blickte wahrscheinlich neidvoll auf die seinerzeit infrastrukturell begünstigten Rheinstädte, während die „Rheiner“ den scheinbar rückständigen Hunsrück belächelten. Zwischenzeitlich hat man sich in jeder Hinsicht angenähert, zumal die gesamte Region in den vergangenen Jahrzehnten eine sehr positive Entwicklung genommen hat: Leistungsstarke mittelständische Betriebe bis hin zu Weltmarktführern prägen die Wirtschaftsstruktur. Hervorragende Verkehrsanbindungen, insbesondere über die A 61, ermöglichen nicht nur die Ausweisung von attraktiven Industrie- und Gewerbegebieten; sie kommen auch den zahlreichen Pendlern zugute, die die Verbandsgemeinde mit ihrer modernen Infrastruktur als lebenswerte Heimat inmitten intakter Natur für sich und ihre Familien entdeckt haben.

Welterbe Oberes Mittelrheintal

Die vermeintlich gegensätzlichen Attribute sind in touristischer Hinsicht ein echtes Pfund. Fernwanderwege wie der Saar-Hunsrück-Steig oder der Rheinburgenweg, Traumschleifen und -schleifchen: Ein dichtes Netz zertifizierter Premiumwege mit unterschiedlichem Anspruch hinsichtlich Länge und Schwierigkeitsgrad durchzieht die abwechslungsreiche Region. Klammartige Täler wie das Ehrbach- und Baybachtal, die zur Mosel hinführen, können ebenso erwandert werden wie die sonnigen Hänge des Mittelrheintales mit ihren grandiosen Ausblicken ins UNESCO-Welterbe mit dem sagenumwobenen Loreley-Felsen, auf die Rheinschleife und die unzähligen Burgen. Rheinsteig und Moselsteig befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft.

Was man bei einem Höhenunterschied von fast 350 Meter innerhalb der Verbandsgemeinde vielleicht nicht erwartet: Auch Radler kommen im Rhein-Mosel- Dreieck auf ihre Kosten, zumal die Hunsrückbahn zwischen Boppard und Emmelshausen bei Bedarf für den Rücktransport auf die Hunsrückhöhen sorgt – und das auf einer der steilsten Strecken nördlich der Alpen. Eine Rundtour auf dem Rheinradweg bietet sich ebenfalls an. Unter Zuhilfenahme der zahlreichen Fähren ist das derzeit auch ohne Mittelrheinbrücke problemlos möglich.

Augenschmaus und edle Tropfen

Es geht auch gemütlicher. Während einer Schifffahrt wirkt das enge Rheintal mit seinen Weinbergen und zahlreichen Burgen ganz besonders auf den Besucher ein. Bei einer der zahlreichen Einkehrmöglichkeiten in der heimischen Gastronomie kann man sich gerne davon überzeugen, dass hier ein edler Tropfen angebaut wird. Dem oberen Mittelrheintal zugehörig, ist man 2029 Mitausrichter einer dezentralisierten Bundesgartenschau, die das UNESCO-Weltkulturerbe von Koblenz bis Bingen/Rüdesheim umfasst. Damit ziehen Teile der Verbandsgemeinde zusätzliche Aufmerksamkeit auf sich und werden auf lange Sicht von den durch die BUGA forcierten Investitionen in Infrastruktur und Digitalisierung profitieren, und das nicht nur als Reisesondern auch als Lebensregion.

Kulturell steht man bereits ganz vorn und das nicht nur im Hunsrück. Das Zentrum am Park (ZAP) in Emmelshausen hat sich in mehr als 25 Jahren als Veranstaltungsort überregional einen Namen gemacht. Das Kulturhaus in Oberwesel, die Internationale Musikakademie in St. Goar sowie die Open-Air-Veranstaltungsreihe Maria Ruh Classix auf dem gleichnamigen Aussichtspunkt mit Exklusivblick zur Loreley runden das Kulturangebot ab.

Weitere Infos über die Webseite der Tourist-Info Hunsrück-Mittelrhein: www.hunsrück-mittelrhein.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 05/2021

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