Winterliches Bruchweiler: Die Nationalparkgemeinde liegt mitten im Hunsrück. Die 540 Einwohner stehen für ein lebendiges Miteinander und ein hohes ehrenamtliches Engagement. Foto: Peter LerschPeter Lersch / Winterliches Bruchweiler: Die Nationalparkgemeinde liegt mitten im Hunsrück. Die 540 Einwohner stehen für ein lebendiges Miteinander und ein hohes ehrenamtliches Engagement.

Ortsgemeinde Bruchweiler – Lebensqualität im Nationalpark

Die Nationalparkgemeinde Bruchweiler ist mit ihren 540 Einwohnern ein staatlich anerkannter Erholungsort mitten im Hunsrück und auf 555 m über NN am Rande des Nationalparks Hunsrück-Hochwald gelegen.

Wachstum einer gesunden Gemeinde

Neben einer Landmetzgerei, einer Praxis für Physiotherapie und mehreren Kleinbetrieben sind drei mittelständische Handwerksbetriebe im Ort ansässig. Der größte Arbeitgeber ist die Edelsteinklinik, eine Fachklinik für Kinder- und Jugendrehabilitation. Bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen beliebt sind zwei Speisegaststätten, eine Dorfkneipe und drei Reitanlagen bzw. Reiterhöfe.

Eine Kindertagesstätte, eine Grundschule sowie weiterführende Schulen befinden sich in den Nachbargemeinden und sind alle mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Dies gilt auch für Ärzte, Erholungs- und Sporteinrichtungen, Freibäder und diverse Einkaufsmöglichkeiten wie Lebensmittel- und Baumärkte. Das Neubaugebiet mit ganztägig sonnenbegünstigten Baugrundstücken in Waldrandlage und weitem Ausblick über Wiesen, Felder hin bis zur malerischen Wildenburg im angrenzenden Nationalpark wurde in zwei Bauabschnitten mit insgesamt zwanzig Bauplätzen geplant. Der erste Bauabschnitt mit zehn Bauplätzen wurde 2015 erschlossen. Da die Nachfrage an Bauland derart groß war, wurde 2020 der zweite Bauabschnitt fertiggestellt.

Auch in Sachen Home Office bzw. schnellem Internet kann Bruchweiler einen Erfolg vermelden: Der Gemeinderat beschloss bereits 2016, an einer Clusterbildung „Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetz im Landkreis Birkenfeld“ teilzunehmen. Die vollständige Erschließung der Ortsgemeinde mit Glasfaser bis in jedes Gebäude hat mittlerweile begonnen und soll bis zu diesem Frühjahr abgeschlossen sein.

Verbindende Wirkung: Die Wohn-Pflege-Gemeinschaft

Im Jahr 2014 bewarb sich die Ortsgemeinde Bruchweiler gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Herrstein auf die Ausschreibung des Förderprojektes „Wohn-Punkt RLP“ und erhielt 2015 den Zuschlag. Es folgten Bürgerbefragungen, Einwohnerversammlungen, Beteiligungs-Workshops, Netzwerktreffen und konzeptionelle Planungen. Die Vereine des Ortes wurden zu jeder Zeit mit in die Planungen eingebunden.

All das führte dazu, dass Bruchweiler bis heute über die Situation der älteren Generation spricht und bereit ist, Veränderungsprozesse zu unterstützen. Mit der AWO Rheinland konnte ein kompetenter Partner als Projektträger und Vermieter gefunden werden. Als Träger der Versorgungsleistung konnte die G.v.v.O gGmbH gewonnen werden (Tochtergesellschaft „Unsere Sozialstation“ gGmbH). Die Wohn-Pflege- Gemeinschaft besteht aus elf barrierefreien Zimmern mit eigenen Bädern sowie gemeinschaftlich genutzten Räumen, die ein familiäres Zusammenleben ermöglichen. Angehörige und gesetzliche Vertreter sowie das ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger in Bruchweiler werden aktiv in die Wohngemeinschaft mit einbezogen. Wer heute durch den Ortskern von Bruchweiler fährt, der kann den ebenerdigen Neubau der Wohn-Pflege-Gemeinschaft bewundern.

Im Herzen der Dorfmittelpunkt

Die Außenanlage des Gemeindehauses wurde 2015 neu geplant und 2017 fertiggestellt. Es wurde der in die Jahre gekommene Spielplatz umgestaltet und mit neuen Spielgeräten ausgestattet. Mit Ruhebänken und gepflanzten Bäumen entstand auf diese Weise eine kleine Parklandschaft. Hinter dem Gemeindehaus, auf einer großzügigen Rasenfläche, wurde für Festlichkeiten der ansässigen Vereine eine Grillhütte und feststehende Bühne errichtet. Auch die benötigten Parkplätze wurden erweitert und neu angelegt. Mit dem Gemeindehaus, der Außenanlage und der Wohn-Pflege-Gemeinschaft in unmittelbarer Nachbarschaft entstand so ein lebendiger Dorfmittelpunkt als Begegnungsstätte für Bürger aller Altersgruppen sowie der örtlichen Vereine.

Der Bürgerbus fährt!

Der Wunsch, den mobilitätseingeschränkten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, weiterhin selbstbestimmt und mobil ihre notwendigen Wege zu unternehmen, wurde von einem Spender im September 2019 erfüllt. Dieser war von den Aktivitäten in der Gemeinde so beeindruckt, dass er Bruchweiler mit einem Kleinbus unterstützte. Dieses Fahrzeug erhielt den Namen „Bürgerbus“. Ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer bieten den Bürgerinnen und Bürger, denen das öffentliche Verkehrsmittel zu beschwerlich ist oder die Begleitung bei den täglichen Erledigungen benötigen, ihre Unterstützung an. Zusätzlich steht der Bürgerbus auch den Vereinen, der Kirchengemeinde, der Wohn-Pflege- Gemeinschaft, der Feuerwehr und auf Wunsch den benachbarten Gemeinden für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung.

Fördern und Schaffen

Der Dorfförderverein wurde 2014 ursprünglich wegen der schlechten finanziellen Haushaltslage der Gemeinde gegründet. Beschaffung von Sach- und Finanzmitteln für die Gemeinde Bruchweiler zur Förderung gemeinnütziger Zwecke waren damals die Beweggründe der Vereinsgründung.

Auf Grund neuer Aktivitäten (Mittagstisch, Bürgerbus und Nachbarschaftshilfe) hat der Dorfförderverein im Frühjahr 2020 seine Vereinszwecke um den Punkt „Förderung der Jugend- und Altenhilfe“ und um den Aufgabenbereich „Bürgerdienste“ erweitert. Engagement wird großgeschrieben in Bruchweiler. Und so steht der Ortsgemeinde im Nationalpark eine gedeihliche Zukunft bevor.

Aktuelles zur Ortsgemeinde finden Interessierte unter: www.bruchweiler.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 01/2021

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