Ortsgemeinde Staudt – Kleinzentrum mit großen Ambitionen

Die Ortsgemeinde Staudt liegt im südlichen Westerwald, am Rande der Montabaurer Senke und gehört zum sogenannten „Kannenbäckerland“. Mit seinem südlichen Teil breitet sich Staudt auf dem 286 Meter hohen Hang des Berges „Am Hähnchen“ aus, während sich der Ort mit seiner weiteren Fläche in 265 Meter Höhe nach Osten und Westen in einer Ebene ausdehnt. Staudt ist nur jeweils zwei Kilometer von den Städten Montabaur und Wirges, sowie von den überregional wichtigen Verkehrsstraßen B 255 und A 3 entfernt.

 

Die „Alte Kirche“ von Staudt ist zum kulturellen Zentrum im Dorf geworden. Foto: Ortsgemeinde StaudtVon 1945 bis 2017 ist die Einwohnerzahl von ca. 600 auf 1.312 Bürger angewachsen. Allein in den letzten 15 Jahren gab es einen Zuwachs von ca. 200 Bewohnern. War zur Jahrhundertwende fast die ganze Bevölkerung in der Landwirtschaft oder beim Tonabbau in Staudt und Umgebung tätig, so hat sich die Erwerbssituation grundlegend gewandelt. Staudt ist heute ein Kleinzentrum, in dem seine Bewohner angenehm wohnen, sich bestens versorgen und schnell zum Arbeitsplatz gelangen können. Das Industriegebiet „Feincheswiese – Auf der Heide“ und die zahlreichen Unternehmen im Ortsgebiet sind Zeugnis dieser Entwicklung. Gleiches gilt für die Neuerschließung des Baugebietes „Am Kramberg“ und die Entstehung eines weiteren Baugebietes zwischen „Erbsengarten“ und Friedhof.


Ausbau der Infrastruktur stärkt den Tourismus

Touristische Aktivitäten, die durch die neu entstehende Infrastruktur auch der eigenen Wohnbevölkerung zugutekommen, werden in den letzten Jahren durch die Kommune verstärkt initiiert und gefördert. In einem ersten Schritt wurde mit einem starken kommunalen Engagement die Ansiedlung einer neuen Gastronomie in der Gemeinde unterstützt. Hierdurch konnte das Projekt „Genussmanufaktur Staudt“ realisiert werden. Dieses Engagement war von folgenden Gedanken geleitet: Die neue Gastronomie bietet für Bürger von Staudt vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und zur Durchführung von Feierlichkeiten unmittelbar vor Ort. Sie kann die in ihrem Bestand gefährdete „Dorfkneipe“ kurzfristig ergänzen und mittel- bzw. langfristig sogar ersetzen. Weitere touristische Akzente werden mit dem Bau des „Energieparks“, der Einrichtung des begleitenden „Energiepfades“, als attraktiver Familienwanderweg und der Eröffnung des „Aktivpark Erbsengarten“ gesetzt. Zudem laufen die Planungen für ein Rad- und Wanderwegekonzept der VG Wirges.

Einen Schwerpunkt des Tourismusangebots stellt das Thema Erneuerbare Energien dar. Der Energiepark Staudt als Informations- und Bildungseinrichtung bietet Einzelpersonen und Gruppen die Möglichkeit, sich rund um dieses zukunftsträchtige Thema zu informieren. Eingebettet in den „Staudter Strand“, eine aus der Spielleitplanung entstandene Freizeitidee, bestehen vor Ort vielfältige Möglichkeiten zur aktiven Freizeitgestaltung und zur Information über erneuerbare Energien – nicht ausschließlich, aber insbesondere an Kinder und Jugendliche gerichtet.


Das Dorf in der Landschaft

Die Einbettung der Ortsgemeinde Staudt in seine reichhaltige und erlebnishafte Naturlandschaft prägt das dörfliche Leben auf vielerlei Weise. Mit der Umgestaltung der Dorfmitte „Erlebniswelt“ fand eine ökologische Qualitätsentwicklung ihre folgenreiche Umsetzung: Der vorhandene Pappelbestand wurde entfernt und durch eine qualitativ hochwertige und landespflegerisch abgestimmte Bepflanzung ersetzt. Umliegende Straßen wurden darüber hinaus mit Pflanzbeeten durchgrünt. Die im südlichen Teil der Gemeinde liegende Streuobstwiesenstruktur konnte in den letzten Jahren qualitativ erweitert und durch Schnittprojekte verjüngt werden. Im Forst der Gemeinde wird zudem versucht, die Nadelholzflächen in einen ökologisch wertvollen Mischwald umzuwandeln. Zu diesem Gemeindelogo der Ortsgemeinde StaudtZweck findet eine enge Zusammenarbeit zwischen Forst und Rat statt. Auch im Zentrum der Ortsgemeinde konnte mit dem Staudter „Blumenwiesenkonzept“ ein unübersehbarer Akzent gesetzt werden: Diverse artenreiche Blumeninseln verzieren seit einiger Zeit die öffentlichen Plätze der Gemeinde.


Kultur im alten Gotteshaus

Neben dem touristischen und ökologischen Aspekt spielt die Kultur eine bedeutende Rolle in der Ortsgemeinde Staudt. Die „Alte Kirche“ wurde von der Gemeinde als Kulturzentrum eingerichtet und steht für unterschiedliche Veranstaltungen kostenfrei zur Verfügung. Ein Angebot mit großer Nachfrage, regelmäßig finden dort Veranstaltungen statt. Im vergangenen Jahr etwa ein Kindermusical und diverse Konzerte. Lokalmatadore wie die „Choryfeen“ oder der Männergesangverein sorgten für attraktive Auftritte. Darüber hinaus veranstaltet der Ausschuss für Bürgerschaftliches Engagement einmal jährlich eine spezielle Kulturveranstaltung – Jazzfrühstück oder Weinprobe locken dann die Besucher in die Räumlichkeiten der „Alten Kirche“. Auch die Karnevalssitzungen der Gemeinde haben ihre Heimat im alten Kirchengemäuer ebenso wie gesellige Generationentreffen und Ferienangebote für Kinder.

Die „Alte Kirche“ steht aber nicht nur für eine spannende Gegenwart, sondern auch für eine nicht weniger interessante Vergangenheit. Das Gotteshaus wurde 1865 als Kapelle erbaut und in den Jahren 1922/23 zu ihrer jetzigen Form erweitert. Die zwischenzeitlich zu eng gewordenen räumlichen Verhältnisse zwangen die Kirchengemeinde allerdings zum Neubau einer Kirche im Jahre 1958. Danach diente das Gotteshaus als Lager und wurde 1985 unter Denkmalschutz gestellt. Nach der Ausgestaltung der Innenräume erstrahlt die „Alte Kirche“ in der Gegenwart wieder in altem Glanz und verleiht somit den zahlreichen Kulturveranstaltungen in Staudt einen würdigen Rahmen.


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 12/2017

 

 

Landkarte Rheinland-Pfalz (Typical der Rubrik "Mitglieder")

 

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