Verbandsgemeinde Hamm: Attraktiv für Gäste und Einwohner

Im nordwestlichen Bereich des Westerwaldes - beidseitig der Sieg - liegt die Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) in landschaftlich reizvoller Umgebung und in günstiger Lage zum Großraum Bonn/Köln. Im Westen und Norden grenzt sie an die zum Land Nordrhein-Westfalen gehörenden Gemeinden Windeck (Rhein-Sieg-Kreis) und Morsbach (Oberbergischer Kreis).
 
Das Raiffeisenmuseum in Hamm (Sieg). Foto: Rolf-Dieter Rötzel.Die beiden Verbandsgemeinden Altenkirchen und Wissen begrenzen das Hammer Land im Süden und Osten. Die Verbandsgemeinde Hamm (Sieg), die einen hohen Freizeit- und Erholungswert besitzt, zählt 13.000 Einwohner und besteht aus 12 Ortsgemeinden, von denen die Ortsgemeinde Hamm (Sieg) mit 3.600 Einwohnern den Mittelpunkt bildet. Diese Gemeinde ist gleichzeitig auch der Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung Hamm (Sieg). Zur Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) gehören weiter die Ortsgemeinden Birkenbeul, Bitzen, Breitscheidt, Bruchertseifen, Etzbach, Forst, Fürthen, Niederirsen, Pracht, Roth und Seelbach. Das Gebiet der Verbandsgemeinde Hamm (Sieg) umfasst 4.231 Hektar.

Nicht zu Unrecht wird das Hammer Land im Volksmund auch “Der Garten im Westerwald" genannt. Die Einwohner und der Besucher finden Ruhe und Entspannung in einer Landschaft von verhaltener Schönheit. Täler, Hügel und Berge sowie steile Hänge zu den Bächen und Flüssen sind im bunten Wechsel miteinander vereint. Zahlreiche markierte Wanderwege erschließen die reizvolle Landschaft für den Erholungssuchenden und Wanderer. Zu einem besonderen Highlight ist der Marienwanderweg “Auf den Spuren der Mönche” vom Kloster Marienthal zum Kloster Marienstatt geworden. Die 23 Kilometer lange Strecke führt größtenteils durch das herrliche Nistertal; berührt dabei die Verbandsgemeinden Hamm, Altenkirchen und Hachenburg, die im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit den Wanderweg kreiert haben. Unterwegs bestehen dann mehrere Möglichkeiten sich auszuruhen, zu entspannen oder für das leibliche Wohl einzukehren.

Nach der heutigen Kenntnis wurde der Ort Hamm (Sieg) zum erstenmal am 31. März 1131 urkundlich erwähnt. “Ecclam Hamne cum tota dec" steht in der Urkunde zu lesen, die Papst Innocenz II dem Stift St. Cassius und Florentius zu Bonn, die Kirche und den Zehnten zu Hamm an der Sieg bestätigte. Der 875. Geburtstag von Hamm (Sieg) im Jahr 2006 wird zum Anlass genommen, verschiedene Festlichkeiten und Veranstaltungen durchzuführen. Das Hammer Land erlebte das Schicksal vieler Territorien deutscher Kleinstaaten. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte das frühere Kirchspiel Hamm (Sieg) zur Grafschaft Sayn, zuletzt zu Sayn-Hachenburg. Nach einer kurzen Zeit unter Nassau wurde mit dem Übergang an das Land Preußen dann aus dem Kirchspiel das Amt Hamm (Sieg). Die jetzige Bezeichnung ist nach der Verwaltungsreform seit über dreißig Jahren Verbandsgemeinde Hamm (Sieg).

Die wirtschaftliche Entwicklung wurde in den früheren Jahrhunderten durch den Eisenerzbergbau und die Verhüttung des Erzes in der Heinrichshütte geprägt. Ende des 19. Jahrhunderts waren bei den einheimischen Gruben und der Heinrichshütte über 1.200 Menschen beschäftigt. Das hohe Ansehen des Bergbaues während der Zugehörigkeit zur Grafschaft Sayn-Hachenburg wird auch durch die Prägung des “Sterbetalers" anlässlich des Todes von Burggraf Georg Friedrich im Jahre 1749 dokumentiert. Auf der Rückseite wird Hamm (Sieg) mit einem Teil der damaligen Gruben gezeigt. Nach dem Niedergang des Bergbaues und dem zweiten Weltkrieg gelang es, im Hammer Land durch eine intensive Industrieansiedlung und die gezielte Förderung vorhandener kleinerer Betriebe eine leistungsfähige Wirtschaftsstruktur mit Industrie, Handwerk und Gewerbe aufzubauen. Durchdachte Ortsplanungen in den Gemeinden ermöglichten die Bereitstellung von Neubaugebieten und somit ein optimales Angebot an Wohnungen.

Die reizvolle Landschaft des Westerwaldes und des Hammer Landes bietet einen Anreiz für den Tourismus. Einer von zahlreichen Anziehungspunkten ist das Franziskaner-Kloster in Marienthal, dessen Gründung auf das Jahr 1667 zurückgeht. Schon ab den Jahren um 1423 bestand hier eine Wallfahrtskirche mit reger Pilgertätigkeit.

Weltweites Ansehen und internationale Bedeutung erhielt Hamm (Sieg) durch den großen Menschenfreund, Organisator und Begründer des ländlichen Genossenschaftswesens, Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der hier am 30. März 1818 geboren wurde. Raiffeisens Vater war Bürgermeister der ehemaligen Bürgermeisterei Hamm. Auch der Großvater und Urgroßvater hatten dieses Amt inne, wenn auch unter anderer Bezeichnung. Besucher aus aller Welt sind zu Gast im Raiffeisenmuseum, das in der Raiffeisenstraße 10 steht. Kostbarste Stücke der Sammlung sind die Totenmaske von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, seine Brille und ein Originalbrief an seine Frau. Ferner erinnert ein Schreibpult an ihn. Die Hausorgel, auf der die Familie die Hausmusik pflegte, ist renoviert worden. Auch heute ist noch das Schaffen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen in über 100 Ländern der Erde Auftrag an die Gegenwart. Das mit Heckengrün umrankte Haus ist weltweit zu einem “Mekka" der Genossenschaftler und Raiffeisen-Verehrer geworden. Das Anwesen gehört seit einigen Jahren der Ortsgemeinde Hamm (Sieg), die Museumsverwaltung haben in vorzüglicher Weise die Hammer Heimatfreunde übernommen. In einem Teilbereich ist das Gemeindebüro untergebracht.

Ein Sportzentrum mit Stadion, einschließlich aller leichtathletischen Einrichtungen, Hartplatz sowie Tennisplätze wurden im Jahre 1970 in Hamm errichtet. Eine große Dreifachsporthalle kam 1979 hinzu. Dieses Sportzentrum hat mit weiteren Anlagen in der Verbandsgemeinde Hamm den Breitensport aus dem Hammer Land national und international bekannt gemacht. In der Thalhausermühle liegt das größte Naturfreibad der gesamten Region mit einer Wasserfläche von 16.000 qm und 15.000 qm Liegewiesen.

Weitere Informationen: www.hamm-sieg.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 05/2005
 

 

Landkarte Rheinland-Pfalz (Typical der Rubrik "Mitglieder")

 

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