Verbandsgemeinde Flammersfeld: Vorbild Friedrich Wilhelm Raiffeisen als Verpflichtung

Die Verbandsgemeinde Flammersfeld im Westerwald umfasst mit einer Flächengröße von 7.526 ha bei 26 Ortsgemeinden ca. 12.000 Einwohner und bildet die südwestliche Spitze des Kreises Altenkirchen. Große Teile der Verbandsgemeinde liegen im Naturpark RheinWesterwald.
 
Heute ein Industriedenkmal: der Fördertrum der Grube Georg.Das Gebiet der Verbandsgemeinde hat sich seit dem Jahre 1816 bis zum heutigen Tage lediglich durch zwei kleinere Korrekturen im Zuge der im Jahre 1970 abgeschlossenen Gebietsreform und einen freiwilligen Zusammenschluss zweier Ortsgemeinden in den 90-er Jahren verändert.

Die Verbandsgemeinde dehnt sich im Raume Horhausen/Willroth bis auf die Höhen des Rheines aus und ist durch die an diesem Bereich vorbeiführende Autobahn Köln - Frankfurt, durch die Bundesstraße 256 und die durch das Wiedbachtal führende Landesstraße 269 verkehrsmäßig gut erschlossen. Die Ortsgemeinden in der Lahrer Herrlichkeit im Wiedtal erstrecken sich bis an die Grenze zum Kreis Neuwied und an der B 256 grenzt die Verbandsgemeinde an die Verbandsgemeinde Altenkirchen.

Wichtige Sehenswürdigkeiten:

  • Flammersfelder Kirche mit für den Westerwald bemerkenswerten Kunstwerken,
  • das Raiffeisenhaus,
  • Kirchen Oberlahr, Peterslahr,
  • der Alvenslebenstollen in Burglahr,
  • die Kapelle und die Burgruine zu Burglahr,
  • die Pfarrkirche St. Maria Magdalena in Horhausen,
  • der Förderturm der Grube Georg in Willroth.

Bedeutendster Bürgermeister war Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der von 1848 - 1852 im Amt Flammersfeld die Geschäfte führte. Er leitete vielfache Reformen ein, sei es im Straßenbau, im Bildungsbereich, bei der Wasserversorgung oder in vielen weiteren Bereichen. Hier gründete er mit dem „Hülfsverein zur Unterstützung unbemittelter Bauern" eine der ersten Genossenschaften des heute in aller Welt bekannten Raiffeisen-Genossenschaftsverbandes.

Die Verbandsgemeinde Flammersfeld arbeitet heute eng zusammen mit den anderen Raiffeisengemeinden, um die bis zum heutigen Tag aktuellen Ideen Friedrich Wilhelm Raiffeisens lebendig zu halten. Dem dienen u. a. das Raiffeisenhaus in Flammersfeld selbst und der neue Raiffeisenlehrpfad, der sich von Hamm über Weyerbusch und Flammersfeld bis nach Heddesdorf/Neuwied erstreckt und im Frühjahr 2003 fertiggestellt sein wird.

Weitere herausragende Persönlichkeiten, die aus der Verbandsgemeinde stammen oder in ihr wirkten, sind die in Horhausen geborenen Theologen Joseph Kardinal Höffner, Bischof Heinrich Rüth, der in Trondheim in Norwegen tätig war, sowie Georg Friedrich Dasbach, Kaplan, Sozialreformer, Kirchenzeitungsgründer und langjähriger Reichstagsabgeordneter.

Die Wirtschaftsstruktur der Verbandsgemeinde ist durch die endgültige Stilllegung des Erzbergbaues im Westerwälder und Siegerländer Raum, der bis zum Jahre 1965 neben der Landwirtschaft und dem Handwerk über einen langen Zeitraum Haupterwerbsquelle für die heimische Bevölkerung war, wesentlich verändert worden.

Der mit der Stilllegung des letzten Bergwerkbetriebes verbundene Ausfall an Arbeitsplätzen konnte durch die vorzügliche Arbeit und Entwicklung heimischer Betriebe mit ihrer beeindruckenden Produktpalette sowie durch die Ansiedlung neuer Industrie- und Gewerbebetriebe und die Umwandlung handwerklicher Kleinbetriebe in Gewerbebetriebe aufgefangen werden. Mit der Ausweisung weiterer Industrie- und Gewerbegebiete wurden und werden die Voraussetzungen für eine weitere Verbesserung der Wirtschaftsstruktur geschaffen, wobei die Verbandsgemeinde weitere Gewerbe- und Industrieansiedlungen vor allem im Industriegebiet Horhausen/Krunkel/ Willroth an der A 3 ausweist, um die günstige Verkehrsanbindung an die Autobahn und den ICE-Bahnhof in Montabaur zu nutzen und um eine Zersiedelung zu verhindern.

Im überwiegenden Teil der Verbandsgemeinde sind die Landwirtschaft und der Fremdenverkehr neben kleineren Handwerksbetrieben Haupterwerbszweige, wobei bei den landwirtschaftlichen Betrieben die breite Vielfalt der Produktionsund Vermarktungsformen vorhanden ist. Große Beachtung findet inzwischen das jährliche Höferadeln, bei dem verschiedene Höfe ihre Küchen zur Bewirtung und die Stallungen zur Information öffnen.

Bis heute sieht die Verbandsgemeinde die Förderung des Fremdenverkehrs als wichtig an. Dazu gehört selbstverständlich die Unterstützung der gastronomischen Betriebe und der weitere Ausbau des Erzbergwanderwegs von Willroth bis zur Lahrer Herrlichkeit an der Wied mit dem Kleinod „Alvenslebenstollen", der im Jahre 2000 für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Auch sind ein schlüssiges Konzept für das in Rheinland-Pfalz einzigartige Industriedenkmal „Förderturm der Grube Georg" sowie die Umsetzung des Fahrradwegkonzepts auf der Tagesordnung.

Kindergärten, drei Grundschulen, die IGS in Horhausen bieten gute schulische Möglichkeiten. Die neue Raiffeisenhalle, das Freibad in der Lahrer Herrlichkeit und die anderen Sportstätten stehen für Schulen, Freizeit und Vereine zur Verfügung.

Bürgermeister: Josef J. Zolk

Weitere Informationen: www.vg-flammersfeld.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 09/2002
 

 

Landkarte Rheinland-Pfalz (Typical der Rubrik "Mitglieder")

 

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