Ortsgemeinde Ippenschied: Aktives Dorf - Alle machen mit, alle packen an

Die Ortsgemeinde Ippenschied ist eine 175-Einwohner zählende, kleine Gemeinde in der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim im Landkreis Bad Kreuznach. Das idyllisch gelegene Dörfchen am Soonwaldrand, die älteste gefundene Urkunde aus dem Landesarchiv in Koblenz stammt aus dem Jahre 1342, ist noch stark landwirtschaftlich strukturiert.
 
Neues schmucken DorfgemeinschaftshausEs gibt noch einen Haupterwerbslandwirt, der aber über die Gemeindegrenzen hinaus Länderein bewirtschaftet. Ansonsten werden noch viele ehemalige Haupterwerbsbetriebe im Nebenerwerb weitergeführt.

In der Gemeinde existiert eine alteingesessene Bauunternehmung mit derzeit 6 Arbeitsplätzen, eine Kfz-Werkstatt (drei Arbeitsplätzte), ein Ersatzteilhandel für Landmaschinen (ein Arbeitsplatz) und eine Reitschule (ein Arbeitsplatz). Die im Erwerbsleben stehenden BürgerInnen pendeln überwiegend in die Kreisstadt Bad Kreuznach.

Die Grundschule befindet sich im sieben Kilometer entfernten Bockenau, Haupt- und Realschule und Gymnasium in Bad Sobernheim. Der überwiegend evangelische Teil der Ippenschieder Bevölkerung ist der Kirchengemeinde Gebroth-Winterburg zugeordnet, die Katholiken nach Daubach.

In der Gemeinde gibt es bereits seit drei Jahrzehnten kein Geschäft mehr. Die Versorgung ist aber dennoch sichergestellt. Sie erfolgt “ambulant” (Bäcker, Metzger, Lebensmittel..) vor der Haustür. Ansonsten gibt es Einkaufsmöglichkeiten im benachbarten Winterbach oder in den Supermärkten etwa von Bad Sobernheim.

Das Vereinsleben ist geprägt durch die Feuerwehr und deren Förderverein, die Volkshochschule Soonwald, den DRK-Ortsverband und die Evangelische Gemeinde am Soonwald mit ihrem Posaunenchor. Die BürgerInnen sind vielfach aktiv beim SV Winterbach, dem Reiterverein Rehbach und dem Nahe-Soonwald-Chor.

In der kleinen Gemeinde ist ein Gemeindearbeiter finanziell nicht erschwinglich. Daher ist die “gemeinschaftliche Arbeit” der BürgerInnen noch sehr ausgeprägt. Sie kommt vor allem auf dem Friedhof und auf dem Spielplatz zum Tragen. Beispielhaft im Dörfchen ist auch die Nachbarschaftshilfe.

Seit 1990 hat die Gemeinde ein qualifiziertes Dorferneuerungskonzept. Viele Maßnahmen wurden bereits umgesetzt. Das Ortsbild hat sich zu seinem Vorteil verändert. Gute Platzierungen im Landeswettbewerb “ Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft”, Ippenschied hat die Ebene der Sonderklasse erreicht, sind Beweis dafür, dass die Gemeinde auf dem richtigen Weg ist.

Dörfliche Gemeinschaft muss gelebt und praktiziert werden können. Da die Gemeinde bislang aber nur ein ganz kleines Gemeindehaus hatte, war dies nur schwer möglich. Das ist aber Vergangenheit.

9.000 Stunden Eigenleistung


Anfang Juli nun wurde ein neues Dorfgemeinschaftshaus mit integriertem Feuerwehrgerätehaus seiner Bestimmung übergeben. In dieses richtig schmucke Haus haben die BürgerInnen der Gemeinde über 9.000 Stunden, entsprechend fast 30 Prozent, an Eigenleistung eingebracht. Und das macht in Zahlen 180.000 Euro aus. “Das ist beispielhaft in unserem Lande”, lobte Landrat Karl-Otto Velten dieses Engagement bei der Einweihung. Bedeutend dabei zu erwähnen: Die Gemeinde ist nach wie vor schuldenfrei!

Auch der Kunst am Bau wurde in diesem Hause Rechnung getragen. Der in Ippenschied lebende Künstler Michael Post und sein Freund und Kollege Heiner Thiel gestalteten das Gemeindewappen neu, hinter Glas und im Siebdruckverfahren, so, wie die Wappenmotive, die im Wappensaal des Mainzer Landtages hängen. Das Ippenschieder Wappen kann sogar hinterleuchtet werden. Und dann kommt der rot-silberne,geschachte Balken, der goldene Pflug und das goldene, hippenartige Rodungsmesser sehr schön zur Geltung. Und das zweite Werk der beiden Künstler Post und Thiel, das bisher große Anerkennung fand, ist eine Fotowand zur Geschichte der Gemeinde, die sichtbar ist im großen Saal. Eine Auswahl von 69 Fotos, quer- und hochformatig, aus dem Archiv des Einheimischen Erich Bast, in der Zeitspanne von 1906 bis 2005, dokumentieren das Leben im Dorf, Gebäude und Landschaft und Ereignisse. Die teils sehr alten Fotos mussten zunächst digital aufwändig bearbeitet, durch Retuschen von Rissen und Flecken befreit werden. Die Reproduktion schließlich erfolgte im Injekt-Verfahren durch die modernste Maschine, die es auf dem Markt gibt, wurden direkt auf den Bildträger aufgebracht. Auf diese Weise bekamen die Bilder eine schöne, fast malerische Wirkung. Die beiden Künstler Post und Thiel verstehen die Fotowand auch als Impuls für mögliche weitere Recherchen in der Dorfgeschichte.
 

Weitere Informationen: www.bad-sobernheim.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 08/2005
 

 

Landkarte Rheinland-Pfalz (Typical der Rubrik "Mitglieder")

 

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