Ortsgemeinde Weyher – Innenentwicklung und Ökologie

Der Wein- und Erholungsort Weyher liegt im Landkreis Südliche Weinstraße und gehört neben 15 weiteren Gemeinden zur Verbandsgemeinde Edenkoben. Am Übergang von Weinbergen zum Naturpark Pfälzer Wald überblickt man am Haardtrand wie auf einem Balkon die Rheinebene.

 

Landschaft, Kultur und Geschichte prägen die Ortsgemeinde Weyher. Sie ist attraktiv für Gäste und Einwohner. Foto: Ortsgemeinde WeyherFunde weisen bereits auf eine Siedlung aus der Römerzeit zurück. Die erste urkundliche Erwähnung findet man im Jahr 777 im Codex des Klosters Lorsch. Heute sind 573 Einwohner mit Hauptwohnsitz und 43 mit Nebenwohnsitz in Weyher gemeldet. Der Weinbau ist seit jeher der wichtigste Erwerbszweig vor Ort und sicherte früher fast jeder Familie das Haupt- oder Nebeneinkommen. Das Gemeindegebiet umfasst 516 Hektar, wovon rund 380 Hektar auf den Wald entfallen und nur etwa 80 Hektar durch Weinbau landwirtschaftlich genutzt werden, weshalb von den acht Haupterwerbs- und noch wenigen Nebenerwerbsbetrieben auch viele Flächen in den angrenzenden Nachbargemeinden bewirtschaftet werden. Die Weingüter genießen mit ihren Weinen auch überregional ein großes Ansehen.

Für Urlauber stehen 145 Gästebetten in Privatpensionen und einem Hotel sowie zahlreiche Ferienwohnungen bereit. Vier Gaststätten sowie ein Café  bieten sowohl eine deftige Küche als auch kulinarische Leckerbissen an. Bei den verschiedenen Festen, wie der kulinarische Weinbergswanderung „Weinpanorama“ Anfang Mai, der Kerwe auf dem alten Schulhof im Juni oder dem Weinfest in den Winzerhöfen in den Winzerhöfen am zweiten Wochenende im September, vereinen sich Genuss und Geselligkeit in besonderer Weise.

Die Arbeitnehmer sind im überwiegend auswärts beschäftigt. Aufgrund der hohen Lebensqualität gewinnt Weyher in den letzten Jahren als Wohnort mit Heimarbeitsplatz auch von Selbständigen und Freiberuflern eine größere Bedeutung. Der 2016 erfolgte Ausbau von schnellem Internet durch die Anbindung ans Glasfasernetz durch die Firma Inexio erhöht die Attraktivität und verbessert auch den freien Internetzugang im von vielen Bürgern und der Gemeinde mitgetragenen Netzwerk "freifunk-weyher".

Im Rahmen der 2015 erfolgten Anerkennung als Schwerpunktgemeinde in der Dorferneuerung spielen Fragestellungen, wie mit den Veränderungen in der demographischen Entwicklung umgangen werden soll, eine große Rolle. Die im Rahmen der Bürgerbeteiligung gesammelten Vorschläge sollen bei der Fortschreibung des Dorfentwicklungsplans und der Erstellung des Dorferneuerungskonzept berücksichtigt werden. Hierbei werden auch Möglichkeiten gesucht, um den eng bebauten Ortskern aufzuwerten, damit das Leben in der alten gewachsenen Bausubstanz auch für junge Familien attraktiv ist. Das letzte Neubaugebiet wurde 2004 ausgewiesen und gut angenommen. Kindertagesstätte und Grundschule befinden sich in den Nachbargemeinde Rhodt und Edesheim.

Ein großes bürgerschaftliches Engagement war mit ausschlaggebend, dass Weyher Landessieger 2015 beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ in der Hauptklasse wurde. Im Rahmen des Wettbewerbs wurden vorbildliche Leistungen zur Stärkung der Innenentwicklung sowie ökologische Leistungen der Gemeinde durch das Innenministerium bzw. durch das Umweltministerium des Landes Rheinland-Pfalz mit Sonderpreisen prämiert. Beim durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ausgerichteten Bundesentscheid wurde Weyher im Juli 2016 mit "Gold" ausgezeichnet. Hierzu trägt ein reges Vereinsleben mit zahlreichen Festen und Veranstaltungen über das ganze Jahr bei.

An die Retter der Kirchenglocken vor dem Zugriff der französischen Revolutionsheere im Jahr 1794 erinnert der Glockenbrunnen am Ortsrand zum Modenbachtal. Von diesem Ausgangspunkt für Wanderungen ist es nicht weit zur Michaelskapelle, die 1951 zum Gedenken an die Opfer der beiden Weltkriege errichtet wurde und Namensgeber für die Weinlage „Michelsberg“ ist. Hier bietet sich ein herrlicher Rundumblick in die Rheinebene. Am Waldrand wurde 1904 die Lourdesgrotte angelegt.  Gut markierte Wanderwege, darunter der Pfälzer Mandelpfad und der „Weinsteig“, führen zu Burgruinen und bewirtschafteten Waldhütten. Hierzu zählt auch das "Schweizerhaus" des örtlichen Pfälzerwaldvereins, das aufgrund altersbedingter Kündigung der langjährigen Pächter seit 2013 geschlossen ist und nun einer Wiedereröffnung nach der aktuell erfolgenden Revitalisierung mit einem behutsamen Anbau an das Fachwerkhaus entgegensieht. Das benachbarte Schloss Villa Ludwigshöhe ließ sich der bayerische König Ludwig I. im Jahr 1846 in der „schönsten Quadratmeile seines Reiches“ als Sommerresidenz erbauen und steht heute der Öffentlichkeit zur Besichtigung und für Konzertveranstaltungen offen. Von dort aus erreicht man bequem mit der Sesselbahn die Rietburg.

Zu den Sehenswürdigkeiten und Kulturdenkmälern im Ort zählt das im 18. Jahrhundert barock überformte Alte Rathaus von 1608 mit einem polygonalen Treppenturm und einer Arkadenhalle. Es beherbergt heute neben dem Ratssaal und Gemeindebüro einen kleinen Dorfladen mit Bäckerei. An der Ostfassade wurde der “Kattelbas-Brunnen" errichtet, der als einziger Hebammenbrunnen Deutschlands an die Hebamme Katharina Lutz erinnert. Einmal pro Woche macht hier auch eine mobile Metzgerei sowie ein Obst- und Gemüseverkauf Station, was von jung und alt gut angenommen wird.

Aus dem 18. Jahrhundert stammt das ehemalige fürstbischöfliche Zehnthaus, das 1872 von der Gemeinde erworben und jahrzehntelang als Schul- und Gemeindehaus genutzt wurde. Die Schulhauserweiterung aus den 1950er-Jahren wurde nach Auflösung der Dorfschule zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Der abtrennbaren Saal bietet bis zu 180 Personen Platz für Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen oder Familienfeiern. Ein Konferenzraum bietet für bis zu 30 Personen Platz im 2014 sanierten denkmalgeschützten Teil. Daneben steht es auch den Vereinen für Sport und Musikproben offen und beherbergt im Untergeschoß den Geräteraum der freiwilligen Feuerwehr.

Die Kirche “St. Peter und Paul” hat ihre Ursprünge im frühen 15. Jahrhundert und wurde nach teilweiser Zerstörung von 1712 bis 1716 im Barockstil mit entsprechender Innenausstattung wieder aufgebaut. Der Kirchhof wird bis heute noch als Friedhof genutzt. An dessen Mauer ist das ehemalige Wachthaus mit Arrestzelle angebaut, in dem heute die Pfarrbücherei für jedermann geöffnet ist. Gegenüber wurde im Garten des ehemaligen „Frühmesshauses“ im Jahr 1909 das “Luisenstift” als Schwesternhaus und Kindergarten errichtet. Es wird heute als Pfarrheim sowie von Jugend- und Seniorengruppen, dem Kirchenchor und der Frauengemeinschaft genutzt.

Weitere Informationen unter: www.weyher.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 09/2016

 

 

Landkarte Rheinland-Pfalz (Typical der Rubrik "Mitglieder")

 

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