Verbandsgemeinde Wallhalben: Gewachsene Einheit über alte Grenzen hinweg

Verbandsgemeinde Wallhalben
Im nördlichen Teil des Landkreises Südwestpfalz - verkehrsgünstig im Städtedreieck Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken und in einer wenig veränderten Naturlandschaft gelegen - befindet sich die Verbandsgemeinde Wallhalben.
 
Sickinger Höhe - Blick auf WallhalbenDie Anbindung an das überörtliche Verkehrsnetz erfolgt über den Autobahnanschluss der A 62 in Weselberg und über Kreis- und Landesstraßen zur A 6 in Landstuhl.

Die Verbandsgemeinde Wallhalben ist im Zuge der Verwaltungs- und Gebietsreform in RheinlandPfalz im Jahre 1972 gebildet worden. Sie umfasst eine Fläche von 7.897 ha mit insgesamt rd. 8.200 Einwohnern. Neben der Sitzgemeinde Wallhalben gehören die Ortsgemeinden Biedershausen, Herschberg, Hettenhausen, Knopp-Labach, Krähenberg, Obernheim-Kirchenarnbach, Saalstadt, Schauerberg, Schmitshausen, Weselberg und Winterbach (Pfalz) der Verbandsgemeinde an.

Bereits vor der Verwaltungsreform haben sich verschiedene Gemeinden freiwillig zusammengeschlossen, so im Jahr 1968 die Gemeinden Wallhalben und Oberhausen zur Gemeinde WallhalbenOberhausen (ab 1972 wurde der Name in Wallhalben geändert).

Verbunden damit war der Wechsel der ehemaligen Gemeinde Wallhalben vom Landkreis Pirmasens in den damals noch bestehenden Landkreis Zweibrücken. Im Jahr 1969 haben sich die Gemeinden Winterbach und Niederhausen zur Gemeinde Winterbach (Pfalz) und die Gemeinden Harsberg, Weselberg und Zeselberg zur Gemeinde Weselberg zusammengeschlossen.

Das Gebiet der Verbandsgemeinde war im frühen Mittelalter Reichsland mit dem Zentrum Kaiserslautern. Später wurden drei größere Territorialherren, und zwar die Herzöge von Zweibrücken, die Grafen von Sickingen und die Grafen von Leiningen, Eigentümer des Gebietes. Daneben hatten auch die Klöster Hornbach und Wörschweiler Streubesitz. Kirchlich waren die Bistümer Metz und Worms für das Gebiet zuständig. Die Grenze, die die Wallhalb über Jahrhunderte seit dem Vertrag von Verdun (834) bildete, wurde erst durch die Verwaltungsreform im Jahre 1972 überwunden.

Die Region, weithin als „Sickinger Höhe" bekannt, ist Teil der südwestpfälzischen Hochfläche. Die Sickinger Höhe ist benannt nach dem einstigen Territorialherren Franz von Sickingen, der sich zeitweise auf der Burg Nanstein bei Landstuhl aufhielt. Die Sickinger Höhe ist seit altersher Bauernland. Auch heute prägt diese Nutzung die Landschaft und das Gesicht der Gemeinden, wobei der überall zu beobachtende Strukturwandel auch an den Höfen der Sickinger Höhe nicht vorübergeht und immer mehr Landwirte zwingt, die Höfe zu vergrößern oder ihr Auskommen außerhalb der Landwirtschaft zu suchen.

Auch bedingt durch den Abbau von Kapazitäten in der Schuhindustrie und den damit verbundenen Verlust praktisch aller Industriearbeitsplätze war man in den 80iger Jahren zum Umdenken gezwungen.

So hat die Ortsgemeinde Weselberg direkt am Zubringer zur Autobahn A 62 ein Gewerbegebiet in einer Größe von 18 ha ausgewiesen. Durch die Ansiedlung eines Logistikzentrums sowie verschiedener weiterer insbesondere Metall und Holz verarbeitender Betriebe konnte eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation erreicht werden. Mittlerweile befinden sich gesunde mittelständige Handwerksbetriebe fast in jeder Gemeinde, darunter vor allem Betriebe des Bauhauptgewerbes, wie z. B. mehrere Schreinereien und Tiefbaufirmen.

Außerdem zählen eine über CNCTechnik verfügende Dreherei und Fräserei sowie ein Dampfkesselund Apparatebaubetrieb zu den größeren Arbeitgebern. Zudem haben die politisch Verantwortlichen der Verbandsgemeinde und der einzelnen Ortsgemeinden für ansiedlungswillige Gewerbe- und Industriebetriebe entsprechende Bauflächen ausgewiesen.

Fremdenverkehr wird immer wichtiger


In Zukunft bilden die Ruhe und die reizvolle abwechslungsreiche Landschaft zudem ein natürliches Kapital als Grundlage für eine weitere Öffnung zum Fremdenverkehr hin. Mit vielen Rundwanderwegen, vor allem dem Mühlenweg - im Jahr 1978 eröffnet -, der auf einer Länge von 23 km an 13 Mühlen vorbeiführt, deren geschichtliche und ehemals wirtschaftliche Bedeutung dem Wanderer an Tafeln verdeutlicht wird, dem Wasserschaupfad, der Anbindung an den Westpfalzwanderweg und einem gut ausgebauten Regionalen Radwegenetz kommen alle, die gerne wandern und mit dem Fahrrad unterwegs sind, voll auf ihre Kosten. Überregionale Veranstaltungen, wie der alle 2 Jahre stattfindende „Sickinger Grumbeere-Markt" mit der Wahl der „Marktgräfin Sickinger Land" und der autofreie Erlebnistag „Wallhalb-Rad" haben großen Anklang gefunden und mit dazu beigetragen, das Gebiet als Urlaubsregion bekannt zu machen. Der Sickinger GrumbeereMarkt bringt bäuerliche Kultur und typisch ländliche Markttradition in Erinnerung. Im Handwerkerdorf, beim Bauernmarkt und rund um die dampfen-den Sickinger Kochtöpfe werden Kindheitsträume wach. Einmalig ist der Magenfahrplan, indem sich mit Hoorische, Wappen der Verbandsgemeinde WallhalbenMajorangrumbeere, Schneebällcher und Grumbeerhörncher die alte Kochkunst der Region wiederfindet. Beim Wallhalb-Rad, das in diesem Jahr am Sonntag, den 9. Juni stattfindet, ist das idyllische Wallhalbtal auf einer Länge von 40 km zur autofreien Zone erklärt.

Weitere Informationen unter: www.wallhalben.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 04/2002
 

 

Landkarte Rheinland-Pfalz (Typical der Rubrik "Mitglieder")

 

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