Ortsgemeinde Oberwiesen: Waldgemeinde in der Nordpfalz

„Wo die Wälder heimlich grüßen, wo der Himmel wonnig blaut, liegt im Tale Oberwiesen, Heimatdörfchen still und traut“. So hat schon der Lehrer der alten Dorfschule  H. Schmitt in den 1920er Jahren in seinem „Owwerwisser Lied  –  Mein Heimattal“ den Ort beschrieben.
 

Blick auf Oberwiesen – im Vordergrund die Gemeindehalle.Seit dem 13. Jahrhundert ist das Wiesental am Oberlauf des Wiesbach  besiedelt. Als „Wisha“  wurde Oberwiesen in einer Urkunde des Klosters Lorch erstmals erwähnt. Vermutlich wurde dieser Talabschnitt am Ende des 12.Jahrhundert von Mönchen des nahe gelegenen Kloster  Rothenkircher Hof gerodet und besiedelt.


Nach wechselnden Herrschaften gehörte Oberwiesen bis 1920 zur Nachbargemeinde Kriegsfeld und wurde erst 1921 mit einer neu gebildeten Gemarkung von lediglich 161 ha selbständig. Dies erklärt auch, dass  Oberwiesen umgeben von Wald, keinen Gemeindewald besitzt. Von großer Bedeutung für die Gemeinde ist das mit dem Vertrag von 1925 abschließend geregelte Holzrecht. Die Wurzeln dieses „Kriegsfelder Holzrechtes“ reichen bis in das ausgehende Mittelalter zurück. Im Rahmen dieses Rechtes stehen der Gemeinde jährlich 721 Ster aus den festgelegten Staatswaldabteilungen gegen Erstattung der Herstellungskosten zu.


Heute leben 480 Einwohner mit erstem Wohnsitz in 200 Haushalten in der Gemeinde, die zur Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden gehört. 35 Einwohner beherbergt das seit 25 Jahren ansässige Seniorenpflegeheim „Haus Waldfrieden“.


Große Anstrengungen unternahm die kleine  Gemeinde nach 1989 mit dem Erneuerung und Ausbau der Kanalisation. Eine  Kläranlage musste errichtet werden. In den Folgejahren wurden nach und nach alle Gemeindestraßen bedarfsgerecht ausgebaut. Nach Abschluss dieser Maßnahmen musste die Gemeinde 10 Jahre auf den Ausbau der beiden durch den Ort verlaufenden Landesstraßen warten. Im Sommer 2012 konnte sie den Abschluss der Straßenausbaumaßnahmen mit einem kleinen Fest feiern. 


Im Tal der Wiesbach und seines Zuflusses  aus dem Kernbachtal wurden schon früh zahlreiche Brunnen angelegt. Das „Kreuterwasser“, benannt nach dem damaligen Orts-bürgermeister Philipp Kreuter spielt  für die Versorgung der Kreisstadt Kirchheimbolanden und der Verbandsgemeinde eine große Rolle. Philipp Kreuter hat den Anschluss dieser Quellen an den neu errichteten Wasserversorgungsverbund 1971 ermöglicht.


Aus Pumpenhaus wurde Gemeindehalle

Bis in die Kriegsjahre wurde das Wasser von dem am Westrand der Gemeinde  1898/99 erbauten Pumpwerk nach Alzey zur Versorgung der Dampflokomotiven gepumpt. Nachdem  das dann leerstehende Pumpenhaus in den Besitz der Gemeinde überging, wurde es als Gemeindehalle mit einer kleinen Gaststätte genutzt. 2000 – 2001 wurde das Gebäude mit einem hohen Anteil an Eigenleistung der Bürger zu einer modernen, funktionellen Gemeindehalle mit einer gut ausgestatteten Gaststätte ausgebaut. Diese ist an einen ortsansässigen Gastronom verpachtet.


Im alten Nebengebäude der Pumpenhalle ist seit nunmehr 20 Jahren der gemeindeeigene Kindergarten eingerichtet. Gerne nutzen die Kinder den nahegelegenen Wald zu Ausflügen und erlebnisreichen Spielen und Lernen.


Arbeit finden die Oberwieser wie seit alters her in den nahegelegenen Steinbrüchen und Wäldern. Die nahe gelegenen Kreisstädte  Alzey und Kirchheimbolanden sowie die Industrieräume Rhein – Main, Ludwigshafen und Kaiserslautern sichern zahlreichen Familien das Einkommen. 


Die Umsetzung der im Neuen Dorferneuerungskonzept, Einrichtung einer guten Versorgung mit schnellem Internet und der weitere Ausbau der touristischen Infrastruktur sind zukunfts-weisende Aufgaben der nächsten Jahre. 


Weitere Informationen: www.oberwiesen.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 02/2013
 

 

Landkarte Rheinland-Pfalz (Typical der Rubrik "Mitglieder")

 

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