Ortsgemeinde Eulenbis: Dorf zwischen Tradition und Erneuerung

Die Rückbesinnung auf das Dorf in den 1980er Jahren, umgesetzt im Dorferneuerungsprogramm jener Zeit, war genau der richtige Impuls für die Ortsgemeinde Eulenbis in der Verbandsgemeinde Weilberbach. Eulenbis wurde im Jahr 1986 als Dorferneuerungsgemeinde von der Bezirksregierung anerkannt.
 
Ausichtsturm am EulenkopfDie Gemeinde ist bestrebt, ihren dörflichen Charakter bei gleichzeitiger Verbesserung des Wohn- und Freizeitwertes zu erhalten. Viele in der Dorferneuerung angesprochenen Themen zur Förderung des Dorfbildes sind inzwischen verwirklicht worden. Sowohl an Privatbesitz, als auch an gemeindeeigenen Immobilien wurde die Bausubstanz verbessert und in umgebende Grünanlagen investiert.

Der Dorferneuerungsplan wird vom Rat der Gemeinde nicht als statisches Element betrachtet, sondern im Laufe der Jahre dem natürlichen Wandel innerhalb der Ortsgemeinde angepasst und fortgeschrieben. Als Beispiel sei an die Umgestaltung eines ehemaligen Bauernhofes, der zur Zeit die Anerkennung des Dorferneuerungsplanes noch in Privatbesitz war, erinnert. Dank großzügiger finanzieller Hilfe durch das Land Rheinland-Pfalz und durch den Landkreis Kaiserslautern konnte für unsere Bürger ein Kindergarten und ein Bürgerhaus entstehen. 2001 wurde der Dorferneuerungsplan aktualisiert und im Juni 2002 folgte die Anerkennung als Schwerpunktgemeinde. Mittlerweile sind auch Zuschussanträge zur Dorfplatzsanierung, sowie zur Dorfmoderation und Beratung von öffentlichen und privaten Baumaßnahmen im Sinne der Dorferneuerung bewilligt.

Eulenbis ist eine Höhengemeinde am Südaufstieg des Nordpfälzer Berglandes und liegt ca. 4 km nordöstlich von Weilerbach. Die mittlere Höhenlage beträgt twa 400 Meterüber NN. Urkundlich erwähnt, wird Eulenbis erstmals im Jahre 1380 im Breidenborner Kopialbuch (Leyensches Archiv zu Waal, Schwaben) unter dem Namen “Ulengebeiß”. Die heute als wahrscheinlichster Ursprung des Namens angenommene Deutung ist: Eulen hausten in der, einer Steinwüste gleichenden Landschaft, bestanden mit niederen Buchen- und Eichenwäldern. Der Wortstamm “Eulen” dürfte eindeutig sein. Das “bis” leitet sich wahrscheinlich davon ab, daß man nahe der Ortschaft allenthalben auf Steinabrisse gestoßen ist. Heute noch gut sichtbar und nachvollziehbar ist der Steinabriß an der zum Ort hinführenden Straße K 21.

Der Ort ist heute Mittelpunkt heute reizvollen Landschaftsschutzgebietes “Eulenkopf und Umgebung” . Dieses Gebiet umfass eine Fläche von insgesamt 3.550 ha und schließt Gebietsteile der Verbandsgemeinden Weilerbach und Otterbach ein. Die Gemarkungsfläche beträgt 397 Hektar, davon sind 35 Hektar in irgend einer Weise bebaut und 243 Hektar landwirtschaftliche Fläche. 560 Menschen wohnen in Eulenbis.

Die Erwerbspersonen arbeiten zum Großteil in Kaiserslautern und Umgebung. Einige pendeln nach Landstuhl, Ludwigshafen und anderen Industriezentren.

Zu den Gemeinschaftsanlagen im Dorf zählen unter anderen das Gemeindehaus mit Jugendraum, eine Grün- und Brunnenanlage in der Ortsmitte und die Freizeitanlage am Eulenkopf mit Aussichtsturm, der Landschaftsweiher, ein Bolzplatz, außerdem ein Bürgerhaus und das Beerenweinmuseum.

Stark frequentiert ist die Freizeitanlage am Eulenkopf, der sehr rührige “Eulenkopfverein e.V.” hat in den vergangenen Jahren eine Turmrenovierung durchgeführt und einen neuen Musikpavillion gebaut. Die Wanderwege um den Eulenkopf (Wandertafeln an 4 Standorten) laden Bürger der Umgebung als auch Touristen zur Erholung in der Stille ein. Von überregionaler Bedeutung ist auch das Bürgerhaus und das darin integrierte Beerenwei(n)museum. Im Herbst 2002 konnte die 10 000. Besucherin begrüßt werden.

Die Finanzsituation der Ortsgemeinde stellt sich zufriedenstellend dar. So können die jährlichen Haushalte, teilweise unter Zuhilfenahme von Vermögenseinnahmen, ausgeglichen werden.

Unter den in naher Zukunft anstehenden Vorhaben nimmt die Wiederherstellung von Streuobstwiesen eine wichtige Position ein. Dies oll auch zur Herstellung von Beerenwein, der im Museum bei Besuchen ausgeschenkt wird, genutzt werden. Als erste Maßnahme ist an die Freistellung der gemeindeeigenen Streuobstwiesen am Landschaftsweiher gedacht.

Um die überregionale Bedeutung des Bürgerhauses hervorzuheben, werden Veranstaltungen durchgeführt, die viel Publikum aus nah und fern nach Eulenbis ziehen. So fanden im vergangenen Jahr u.a. Theateraufführungen, Kinderkino und weitere kulturelle Veranstaltungen statt. Das rege Vereinsleben prägen sehr stark der Männergesangverein Eulenbis Mitglieder), der Eulenkopfverein e.V.,der Landfrauenverein, die Sportgemeinschaft Eulenbis SGE und der Seniorenkreis Eulenbis.

Eulenbis nimmt, mit Unterbrechungen, am Wettbewerb “Unser Dorf soll schöner werden”, seit 1980 teil. Das gemeinsame Ziel, den ersten Rang in der Hauptklasse zu erreichen, wurde 1986 erreicht. Drei weitere Jahre in der Sonderklasse waren ebenfalls erfolgversprechend. Im Jahre 2000 konnte in dieser Klasse der 1. Platz belegt werden, auf Kreisebene, der 2. Platz im Gebietsentscheid sowie eine Bronzeplakette auf Landesebene errungen werden. 2002 erreichte Eulenbis den 2. Rang in der Sonderklasse.

Die aufgezeigte positive Entwicklung in der Ortsgemeinde Eulenbis war nur möglich, weil ein ausgeprägter Gemeinschaftssinn herrscht. So wurden beispielsweise beim Bau des ersten Kinderspielplatzes in der Lindenstraße über 1000 Arbeitsstunden, an Kindergarten und Bürgerhaus in den Jahren 1991 bis 1995 rund 4.600 Arbeitsstunden aufgebracht. Die Unterhaltung der gemeindlichen Immobilien wird von einer sogenannten Patenorganisation wahrgenommen. Diese besteht nur aus ehrenamtlichen Helfern, die es sich zur Pflicht gemacht haben, vorbestimmte Bereiche zu betreuen. Der Zusammenhalt ist eben so, wie es vom guten alten Dorf gewohnt ist.

Weitere Informationen: www.eulenbis.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 07/2003
 

 

Landkarte Rheinland-Pfalz (Typical der Rubrik "Mitglieder")

 

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