Verbandsgemeinde Loreley – neue Verbandsgemeinde, neue Aufgaben

Im Jahr 2012 haben sich die Verbandsgemeinden Loreley und Braubach zur neuen Verbandsgemeinde Loreley zusammengeschlossen. Der Verbund im UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal zählt zwischenzeitlich rund 16.800 Bürgerinnen und Bürger in 22 Städten und Ortsgemeinden.
 

Die Marksburg bei Braubach. So sahen im früher alle Rheinburgen aus. Foto: Verbandsgeiende LoreleyMit der Fusion hat sich die Verbandsgemeinde neuer Aufgaben angenommen. Dazu gehört u. a. die für die Mittelrheinregion wichtige Aufgabe der Tourismusförderung. Mit der sagenumwobenen Loreley und einer hohen Dichte an Burgen zwischen der Pfalzgrafenstein im Rhein bei Kaub und der Marksburg in der Wein- und Rosenstadt Braubach gilt es ein hohes touristisches Potenzial zu vermarkten. Um die Erwartungshaltung der Gäste zu erfüllen, bedient man sich als Aufgabenträger in der VG einem eigens gegründeten Verein. Die Loreley-Touristik wurde im Jahr 2013 ins Leben gerufen, um die operativen Aufgaben zu erledigen. Ziel der Geschäftsführung ist es, insbesondere den Rheingemeinden unter dem Dach der touristischen Organisation ein einheitliches Erscheinungsbild zu verleihen. 


Neugestaltung des Loreley-Plateaus

Mit der Fusion hat die Verbandsgemeinde auch das Loreley-Besucherzentrum in ihr Eigentum übernommen. Mittlerweile ist das Gebäude in Nachbarschaft zur Freilichtbühne Loreley Gegenstand der Neugestaltung des gesamten Loreley-Plateaus geworden. In einem Wettbewerbsverfahren hat ein hochkarätig besetztes Preisgericht im Dezember 2014 den Siegerentwurf in einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb gekürt. Die Teilnehmer hatten sich mit vielfältigen Fragestellungen auseinandergesetzt: Wie inszeniere ich den Mythos der Loreley? Wie stärke ich die kulturelle Identität und das touristische Profil des Plateaus? Zudem mussten die Forderungen der UNESCO integriert und die Ansprüche von Naturschutz und Denkmalpflege berücksichtigt werden. Auch sollte ein geeigneter Standort zur für den Neubau eines Hotels gefunden werden. Nun geht es darum, das Wettbewerbsergebnis in die Umsetzung zu bringen.

Weltbekannt ist die Burg Pfalzgrafenstein im Rhein bei Kaub. Am Mittelrhein herrscht überhaupt eine hohe Burgendichte. Foto: Verbandsgeiende LoreleyUnweit des Loreley-Plateaus unterhält die VG eine Integrative Realschule Plus in eigener Trägerschaft. Die Schule wurde in den letzten Jahren generalsaniert und hält neben weiteren Einrichtungen ein Hallenbad für die öffentliche Nutzung bereit. Damit besteht in der VG ganzjährig die Möglichkeit, sich dem Schwimm- und Freizeitsport zu widmen, denn die Ortsgemeinde Kamp-Bornhofen unterhält ein ebenfalls in den letzten Jahren neugestaltetes Freibad. Neben der freiwilligen Trägerschaft der Realschule Plus ist die Verbandsgemeinde Schulträger von insgesamt 6 Grundschulen.

Um insbesondere der jährlichen Gefahr von Hochwasser zu trotzen, ist eine gute Ausstattung der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde unerlässlich. Ebenfalls als Aufgabe aus den Fusionsverhandlungen ist der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in St. Goarshausen hervorgegangen. Das derzeitige Gerätehaus im Überschwemmungsgebiet entspricht nicht den zeitgemäßen Anforderungen. Die Ausweisung eines neuen Standortes im engen Rheintal, unter Berücksichtigung der erforderlichen technischen Voraussetzungen, stellt die Verbandsgemeinde vor große Herausforderungen.

Wie in vielen Orten in Rheinland-Pfalz ist das Thema Windkraft auch in der Verbandsgemeinde Loreley in der Diskussion. Klar ist, dass dieses Thema im UNESCO- Welterbegebiet nur mit größter Sensibilität angepackt werden kann. Um den Städten und Gemeinden im Rahmenbereich des Welterbegebietes die Möglichkeit zu geben, sich an der Energiewende zu beteiligen, hat die Verbandsgemeinde einen Flächennutzungsplan auf den Weg gebracht, der einen geordneten Ausbau von Windenergieanlagen ermöglichen soll. Ein Solidarpakt, der von allen Städten und Gemeinden unterschrieben wurde, ist im Bereich der regenerativen Energien erarbeitet worden.

Die Idee, über Ortsgrenzen zu verbinden, wurde auch mit der Einführung des ALFA-Verkehrskonzeptes verfolgt. Gemeinsam mit der benachbarten VG Nastätten und der Nassauischen Verkehrsgesellschaft wurde auf jeder bestehenden Strecke das Angebot um täglich 8 Anruflinienfahrten (ALFA), in einer Erprobungsphase bis Ende 2015, ergänzt. Dadurch wird z. B. einer verbesserten Erreichbarkeit einer durch die Ortsgemeinde Weisel eingerichteten Praxis zur hausärztlichen Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum  Rechnung getragen.

Die allgemeine Entwicklung seit der Fusion im Jahr 2012 wird es in Zukunft notwendig machen, ausstehende Entwicklungsziele anzupassen. Die Verbandsgemeinde Loreley stellt sich diesen Herausforderungen.


Weitere Informationen unter www.vgloreley.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 2/2015
 

 

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