Verbandsgemeinde Bad Ems: Ruhige Lage bei bester Verkehrsanbindung

Die Verbandsgemeinde Bad Ems liegt zwischen Westerwald und Taunus im Naturpark Nassau an der unteren Lahn und zählt etwa 19.000 Einwohner. Entstanden ist sie 1972 aus der Stadt Bad Ems und den Ortsgemeinden Arzbach, Becheln, Dausenau, Fachbach, Frücht, Kemmenau, Miellen und Nievern.
 
Blick auf die Lahn und Bad Ems.War die Region bislang schon über die A 3 von den Ballungsräumen Köln - Bonn und Frankfurt - Wiesbaden gut erreichbar, so verbessert die am 1. August 2002 eröffnete Schnellbahnstrecke die Verbindungen noch erheblich. Der ICE-Bahnhof Montabaur ist in gut 20 Minuten erreichbar, von dort gelangt man mit den in dichtem Takt verkehrenden Zügen in jeweils kaum als einer halben Stunde nach Köln und Frankfurt.

Dennoch hat die Verbandsgemeinde Bad Ems ihren Charakter einer ländlichen Region in reizvoller Naturlandschaft bewahrt. Charakteristisch ist das Wechselspiel von waldreichen Mittelgebirgen, Flussund Bachtälern, darin eingebettet die Kreisstadt Bad Ems und die umliegenden Dörfer. Der Naturpark Nassau beiderseits der Lahn ist eine immer beliebter werdende Urlaubs- und Freizeitregion, erschlossen durch Rad- und Wanderwege und eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur.

Das untere Lahngebiet war bis zur napoleonischen Zeit stark zersplittert. Die nassauischen Grafschaften waren ebenso vertreten wie die Kurfürstentümer Mainz und Trier sowie reichsritterschaftliche Gebiete. Ab 1806 gehörte das gesamte Gebiet zum Herzogtum Nassau. So fand der Nassauer Löwe Eingang in das Wappen der Verbandsgemeinde.

Überregional bekannt ist vor allem die Kurstadt Bad Ems, eins der ältesten Heilbäder nördlich der Alpen. Von der reichen Kulturgeschichte zeugt die eindrucksvolle Bäderarchitektur mit dem im Kern barocken, schlossartigen Kurhaus (erbaut 1711/1912), dem Kursaal-Gebäude im Stil einer römischen Renaissance-Villa (1839), der Russischen Kirche, den Hotel- und Villenbauten des einstigen Weltbades. Wo im Mittelalter Erzbischöfe, Grafen und Ritter badeten, im Barock Kurfürstinnen und später Goethe promenierten, suchten im 19. Jahrhundert Kaiser Wilhelm 1., der russische Zarenhof, Richard Wagner und Fjodor Dostojewski Gesundheit und Entspannung. Das jährliche Jacques-Offenbach-Festival erinnert an die Zeit, als der große französische Komponist das Sommertheater in Bad Ems leitete.

Weltkriege, Wirtschaftskrisen und Gesundheitsreformen haben dafür gesorgt, dass sich die Kurstadt verändern und neuen Herausforderungen stellen muss. Der jahrhundertealte Blei- und Silberbergbau ging nach dem Zweiten Weltkrieg zu Ende. An die Stelle der Industrie traten Dienstleistungen. So ist Bad Ems seit 1948 Sitz des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz. Das produzierende Gewerbe ist geprägt von umweltverträglicher Medizintechnik, die bereits seit 1883 Tradition hat. Weltweit bekannt sind nach wie vor die aus den Salzen des Thermalwassers hergestellten Emser Pastillen. Ein keramischer Betrieb wurde durch seine Zusammenarbeit mit dem österreichischen Künstler Friedensreich Hundertwasser bekannt.

Recht unterschiedlich stellen sich die Ortsgemeinden dar. Dausenau, das 1348 Stadtrechte bekommen hatte, kann mit einer gut erhaltenen Ringmauer und dem berühmten Schiefen Turm aufwarten. Zu den Baudenkmälern des malerischen Örtchens zählen zudem die gotische St. Kastor-Kirche, das zweitälteste Fachwerkrathaus Deutschlands (um 1434) und schmucke Fachwerkhäuschen in den Seitengassen. Bei Arzbach, Becheln und Kemmenau birgt der Wald die gut erhaltenen Reste des römischen Limes mit Wall und Graben. Auch Hügelgräber haben sich im Hochwald erhalten. Eine neugotische Grabkapelle in Frücht ist die Ruhestätte des Freiherrn vom und zum Stein (1757-1831), der im frühen 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Politikern Deutschlands gehörte und mit seinen Reformen (Bauernbefreiung, kommunale Selbstverwaltung) grundlegende und bis heute gültige Strukturen geschaffen hat. Die Ortsgemeinden Fachbach, Nievern und Miellen an der Lahn waren einst geprägt durch die Nieverner Hütte, die heute als Industriedenkmal auf der Lahninsel die Blicke der Rad- und Kanuwanderer auf sich lenkt.

In der Wirtschaftsstruktur der Ortsgemeinden, insbesondere auf den Höhen, blieb lange die Landwirtschaft vorherrschend. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging hier die Zeit der Vollerwerbsbetriebe bis auf wenige Ausnahmen zu Ende. Der Weinbau, einst charakteristisch für das Landschaftsbild des unteren Lahntals, ging im Verlauf des 20. Jahrhunderts zurück und wurde 1992 im Bereich der Verbandsgemeinde ganz aufgegeben. All dies führte zusammen mit dem Ende der Montanindustrie zu einem tief greifenden Strukturwandel. Ein großer Teil der Bevölkerung der Ortsgemeinden findet heute Arbeit in den benachbarten Städten Bad Ems, Nassau oder im Großraum Koblenz. Für diesen Großraum bieten sich die Gemeinden auch mit attraktiven Wohngebieten an.

Während Industrie und Großmärkte in den benachbarten Ballungsräumen zu finden sind, kann sich die Verbandsgemeinde Bad Ems als Kulturlandschaft und Tourismusregion in unmittelbarer Nachbarschaft des Weltkulturerbes Mittelrhein profilieren. Sie kann mit attraktiven Wohngebieten in ruhiger, verkehrsgünstiger Lage und reizvoller Landschaft aufwarten. Neubaugebiete mit erschwinglichen Grundstückspreisen finden sich ebenso wie Wohnungen im stilvollen Ambiente schmucker Villen und klassizistischer Bürgerhäuser. Grundschulen, Regionale Schule und Gymnasium gehören ebenso zu den Merkmalen des voll ausgebildeten Mittelzentrums wie ein leistungsfähiges Gewerbe und bürgernahe Behörden. Höhepunkte im kulturellen Angebot sind das bereits erwähnte Jacques-Offenbach-Festival, das Brückenfestival und der farbenprächtige Blumenkorso. Das Künstlerhaus Schloss Balmoral fördert zeitgenössische Kunst, während Museen die interessante Geschichte der Region präsentieren.

Weitere Informationen: www.bad-ems.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 08/2002
 

 

Landkarte Rheinland-Pfalz (Typical der Rubrik "Mitglieder")

 

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