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Umweltministerin Conrad und kommunale Spitzenverbände: „Land und Kommunen - Partner für eine zukunftsfähige Energieversorgung“ – Solar-Landesmeisterschaft und Infoportal gestartet
 

Zusammen mit Vertretern der kommunalen Spitzenverbände stellte Umweltministerin Conrad heute das kommunale Energieportal www.energie-komm.de vor und gab den Startschuss für die Solar-Landesmeisterschaft Rheinland-Pfalz, die jene Kommunen auflistet, die Sonnenenergie am erfolgreichsten nutzen.

 

„Wir bauen die Energieversorgung um: von zentral auf dezentral, von Importen zu heimischen Energien. Dies ist unsere erfolgreiche Strategie von unten. Für die Landesregierung sind die Kommunen zentrale Akteure bei der Umsetzung eines integrierten Energie- und Klimaschutzkonzepts. In den Kreisen, Städten und Gemeinden wird Klimaschutz konkret“, stellt die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad fest.


Das Projekt haben für den Städtetag Rheinland-Pfalz Oberbürgermeister Nikolaus Roth, Neuwied, der zugleich stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) ist, für den Landkreistag Rheinland-Pfalz Geschäftsführender Direktor Burkhard Müller und für den Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz das Geschäftsführende Vorstandsmitglied, Winfried Manns, vorgestellt.
 

Solar-Landmeisterschaft Rheinland-Pfalz

 

Rheinland-Pfalz nutzt Solarenergie bereits heute überdurchschnittlich stark und belegt bundesweit bei der Solarwärmeerzeugung pro Dachfläche einen hervorragenden 3. Platz der Bundesländer. Bei der Photovoltaik liegt Rheinland-Pfalz - bezogen auf die installierte Leistung pro Einwohner - ebenfalls auf Platz 3.

 

Die Solarlandesmeisterschaft im Rahmen der von der Fachzeitschrift „Solarthemen" veranstalteten Solarbundesliga ist eine Rangliste der bei der Solarenergienutzung erfolgreichsten Kommunen in Rheinland-Pfalz. Messlatte ist die Kollektorfläche pro Einwohner bei der Solarwärme und die pro Kopf installierten Kilowatt beim Solarstrom. Die Spitzenreiter der Landesmeisterschaften sind im Internet auf www.energie-komm.de sowie auf www.unserEner.de zu finden.

 

Auf der Webseite der Solarbundesliga www.solarbundesliga.de  haben sich schon über 250 rheinland-pfälzische Kommunen angemeldet und stellen sich dem bundesweiten Wettbewerb. Die Kommunen treten in drei Kategorien in Abhängigkeit ihrer Einwohnerzahl gegeneinander an.

Conrad: „Rheinland-Pfalz hat das Potenzial, mit Sonnenstrom vom Dach über 20 Prozent seines Stromverbrauchs zu decken. Mit der Solarinitiative Rheinland-Pfalz 2015 wollen wir 100.000 Dächer für Sonnenstrom bis 2015 erreichen. Wir setzen Impulse, um den Ausbau der Solarenergienutzung fortzuführen, denn diese hat eine hohe Akzeptanz und steht für den wirtschaftlichen Erfolg einer innovativen Branche.“ Zur Unterstützung für die Bauherren bestehen Fördermöglichkeiten aus dem 10-Millionen-Förderprogramm des Umweltministeriums für hochenergieeffiziente Gebäude.

 

Kommunales Energieportal www.energie-komm.de – Schaufenster und Kommunikationsplattform für alle Kommunen

 

Die Webseite soll Schaufenster und Kommunikationsplattform für alle Kommunen im Land werden, die sich für Klimaschutz und die Nutzung Erneuerbarer Energien engagieren und ihre Erfahrungen teilen wollen.

„Das Energieportal ist eine Plattform zur Präsentation der Projekte. Es dient als Bürgerinformation über örtliche und regionale Energiekonzepte. Wir wollen mit dieser Unterstützung die Kommunen mobilisieren und einen Wettbewerb guter Ideen fördern“, sagte die Ministerin. 

Das Umweltministerium hat gemeinsam mit dem Gemeinde- und Städtebund, dem Landkreistag sowie dem Städtetag das Portal auf den Weg gebracht. Die Kommunen in Rheinland-Pfalz wurden über das kostenlose Informationsangebot informiert und die ersten sind bereits online.

Die lokale und die regionale Energieversorgung sind wichtige Voraussetzungen eines wirksamen kommunalen Beitrags zum Klimaschutz. Das bevorstehende Auslaufen vieler Konzessionsverträge ist zudem Anlass für die Kommunen, die Voraussetzungen und Bedingungen für eine Rekommunalisierung der lokalen Stromnetze zu  prüfen.

 

Vor diesem Hintergrund ist die Einrichtung des Energieportals eine Maßnahme, die dazu beitragen kann, den Informationsfluss und den Erfahrungsaustausch zwischen interessierten kommunalen Gebietskörperschaften zu vereinfachen und zu intensivieren. Best practice-Beispiele  werden dadurch allgemein zugänglich. Die kommunalen Spitzenverbände haben deshalb gerne ihre Unterstützung und Kooperation zugesagt und empfehlen ihren Mitgliedern die Nutzung und die Beteiligung an der neuen Informationsplattform“, dies stellten im Rahmen der Vorstellung des Projekts übereinstimmend die Vertreter der kommunalen Spitzenverbände fest.

 

Teilnehmen können Kommunen an der Solar-Landesmeisterschaft sowohl über die Internetseite der Solarbundesliga www.solarbundesliga.de als auch über die Internetseiten www.energie-komm.de sowie www.unserEner.de.


Anlage

 

Energiekonzepte und Projekte in Rheinland-Pfalz

 

- Ergänzende Informationen -


„Die Zusammenarbeit mit den Kommunen ist von strategischer Bedeutung für eine sichere und zukunftsfähige Energieversorgung“, heißt es im Energiekonzept des Landes „Rheinland-Pfalz ein Land voller Energien - für Klima, Wachstum und sichere Versorgung“. Die „Vorreiterrolle“ der Kommunen wird besonders hervorgehoben, um das Ziel zu erreichen, den Anteil des Stromes aus erneuerbaren Energien bis 2020 auf mindestens 30 Prozent  zu steigern.

Kommunale Klimaschutz- und Energieversorgungskonzepte erfassen alle klimarelevanten Bereiche und Sektoren wie z.B. kommunale Gebäude, Schulen, Straßenbeleuchtung, Öffentlichkeitsarbeit oder den verkehrsbedingten Energieverbrauch. Eine besondere Rolle spielen der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Strombereich und integrierte Wärmenutzungskonzepte. Hinzu kommt die Entwicklung von Teilkonzepten wie z.B. zur integrierten Wärmenutzung, zur Information und Beratung der Bevölkerung oder zum Aufbau von Stoffstrommanagementsystemen zur Erfassung von Biomasseströmen.

 

Auch intelligente Verkehrskonzepte, etwa durch bedarfsgerechte Verkehrsleitplanung, Ausbau des ÖPNV und von Rad- und Fußwegen – tragen zum Klimaschutz und zum Energiesparen bei.

Conrad: „Inzwischen haben viele Kommunen ernst gemacht mit dem Klimaschutz. Es gibt eine große Anzahl hervorragender Projekte und es gibt immer mehr Gesamt-Konzepte wie zum Beispiel 100%-regenerative Kommunen oder Bio-Energie-Dörfer. Kleine Ortsgemeinden machen mit und Großstädte. ,Kommunen und Klimaschutz´ ist zu einer Verbindung für Zukunftsfähigkeit geworden. Die Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger ziehen daraus den Vorteil.“

 

Einsparungen bei den kommunalen Gebäuden

 

Die Kommunen sind der größte Gebäudebesitzer in Deutschland. Über 40 Prozent des Endenergieverbrauchs werden in Deutschland für den Gebäudebestand benötigt; über ein Drittel aller CO2-Emissionen werden durch den Gebäudesektor verursacht. Viele kommunale Liegenschaften – Verwaltungsgebäude, Schulen, Kindertagesstätten, Alten- und Jugendheime, Krankenhäuser, Sportstätten, Schwimmbäder und Liegenschaften von Wohnungsbaugesellschaften - sind in die Jahre gekommen.

 

Die Kosten für Strom und Wärme stellen eine große Belastung für die kommunalen Haushalte dar. Hier liegen enorme Einsparpotenziale, die es zu nutzen gilt: durch energetisch optimale Gebäudesanierung, Einspar- und Effizienztechnologien sowie die Nutzung erneuerbarer Energien für die Strom- und Wärmeversorgung.

 

Stadt- und Gemeindewerke im Wandel

 

Stadt- und Gemeindewerke sind vor Ort hervorragende Partner für eine dezentral geprägte Energieversorgung. Vom reinen Energieverteiler werden sie zu zum Energieerzeuger und -dienstleister vor allem von Einspar- und Effizienztechnologie. Sie verfügen über detaillierte Kenntnisse und Kundennähe. Es eröffnen sich Handlungsmöglichkeiten wie Energiecontracting und Energieberatung, Setzen von Anreizen für energiesparendes Verhalten oder Angebote für eine ökologische Produkt- und Tarifstruktur.

 

Weitere Optionen sind Investitionen in erneuerbare Energien und deren Vertrieb,  der bedarfsgerechte Ausbau von Nah- und Fernwärmenetzen, der Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, insbesondere in Verbindung mit Blockheizkraftwerken  sowie die Beteiligung an virtuellen Kraftwerken.

 

Durch die im Frühjahr 2009 erfolgte Änderung der Gemeindeordnung wird den Kommunen in Rheinland-Pfalz abweichend von Subsidiaritätsklausel und Örtlichkeitsprinzip die wirtschaftliche Betätigung im Bereich Energieversorgung erleichtert. Ein bisheriger Wettbewerbsnachteil kommunaler Unternehmen wurde damit beseitigt.

 

Land bietet finanzielle Unterstützung

 

Bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen und dem Einsatz von Erneuerbaren Energien bietet Rheinland-Pfalz für kommunale und private Projekte eine vielfältige finanzielle Unterstützung an:

 

  • Im Rahmen des Konjunkturpaketes  II wurden im Jahr 2009 49 Projekte mit einem Investitionsvolumen von ca. 43 Millionen Euro für kommunale Maß-nahmen im Bereich der Energieeffizienz und der Energieversorgung einschließlich der erneuerbaren Energien gefördert. Zur Umsetzung hat das Umweltministerium ein eigenes Förderangebot aufgelegt, durch das die kommunalen Nahwärmenetze in Verbindung mit regenerativen Wärmeerzeugern besonders gefördert werden. Neben rund 15,7 Millionen Euro Bundesmittel werden weitere ca. 2,1 Millionen Euro Landesmittel für diesen Zweck eingebracht. Darüber hinaus finanziert das Land die diesbezüglichen kommunalen Eigenanteile in Höhe von ca. 13,2 Millionen Euro bis zum Jahre 2012 zinsfrei vor.
  • Ein Zinszuschussprogramm des Umweltministeriums fördert seit 2009 mit bisher ca. 740.000  Euro insbesondere den Ausbau von kommunalen und privaten Wärmenetzen oder Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmebereich. Damit können jährlich Investitionen in Höhe von 50 Millionen Euro unterstützt werden.
  • Förderung von Forschung & Entwicklung & Innovation im Rahmen des EFRE-Programms „Wachstum durch Innovation“(10 Millionen Euro bis 2013).
  • Förderung des Umweltministeriums von hoch energieeffizienten Neubauten und Sanierungsvorhaben (10 Millionen Euro für private und kommunale Projekte)
  • Förderung von Maßnahmen zur Stärkung des Bewusstseins für einen nach-haltigen und effizienten Energieeinsatz sowie zur Erstellung von Energiekonzepten seit 2007 mit bisher insgesamt rund 7,2 Millionen Euro.
  • Das Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz fördert darüber hinausgehende Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz mit bislang ca. 1,4 Millionen Euro (2007 bis 2010).

 

Außerdem unterstützt das Land Beratungseinrichtungen für Kommunen und kommunale Einrichtungen wie z.B.

 

  • Transferstelle Bingen ( Energiekonzepte, Energietechnik und –systeme,  Kraft-Wärme-Kopplung)
  • Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) (Informationen und Beratung zur Bioenergienutzung und zum Aufbau eines kommunalen Energie- und Stoffstrommanagements)
  • Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) und Institut für geothermisches Ressourcenmanagement IGEM (Beratung von Unternehmen und Kommunen über Potenziale und effiziente geothermische Ressourcennutzung).
  • Themenbezogen hat das Land Beratungs- und Kompetenzzentren aufgebaut, wie z.B. das Kompetenzzentrum Brennstoffzelle oder das Kompetenzzentrum nachwachsende Rohstoffe beim DLR Eifel.

 

Hinzu kommen breitenwirksame Angebote zur Öffentlichkeitsarbeit:

 

  • Im Rahmen der Kampagne des Umweltministeriums „Unser Ener macht mit – Unsere beste Energie ist gesparte Energie“ beteiligen sich viele Kommunen im Land unter Anderem an den jährlich stattfindenden „Unser Ener Aktionstagen“. Das Infomobil der Kampagne ist bei kommunalen Veranstaltungen im Einsatz und bietet mit qualifizierten Mitarbeitern der Landesenergieagentur EOR Beratung zu Energieeinsparung und Energieeffizienz an. Bei vielen Veranstaltungen der Kommunen im Land ist auch das UnserEner-Infomobil im Einsatz.
  • Die Broschüre „Mit Kommunen stark im Klimaschutz“ , in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden entstanden, gibt anhand von ausgewählten best-practice-Beispielen im Land einen Überblick, was Kommunen tun können. In den Kapiteln 100% regenerativ im Strombereich, Neubaugebiete, kommunale Liegenschaften, Straßenbeleuchtung, regenerative Wärmeversorgung, Wärmenetze Kraft-Wärme-Kopplung, Photovoltaik sowie Öffentlichkeitsarbeit, Beratung und Contracting werden Beispiele dargestellt.  Die Broschüre, wendet sich an Entscheidungsträger vor Ort – an Bürgermeister, Beigeordnete, Räte – aber auch an Planer, lokale Initiativen und die Bürgerinnen und Bürger.

 

Kommunale Projekte in Beispielen

 

Landkreis Cochem-Zell


Der Landkreis Cochem-Zell ist der erste Landkreis in Rheinland-Pfalz, der seinen Strombedarf bereits heute zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien deckt. Der jährliche Stromverbrauch liegt bei rund 335 Millionen kWh. Dem gegenüber steht eine Stromerzeugung aus regenerativen Energien (Wasserkraft, Wind-, Sonnen- und Bioenergie) von rund 336 Millionen kWh pro Jahr.


Der Kreistag hat sich zum Ziel gesetzt, „Null-Emissions-Landkreis“ zu werden. Bis zum Jahr 2020 sollen bis zu 50% der CO2-Emissionen bezogen auf das Jahr 1990 ausgeglichen und langfristig vollständig kompensiert werden. Cochem-Zell hat hierzu ein Klimaschutzkonzept in Auftrag gegeben und als erster Landkreis eine CO2-Bilanz erstellt. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf die Entwicklung einer CO2-neutralen Tourismusregion gelegt.

Cochem-Zell ist zudem eine von 25 Siegerregionen im 2009 durchgeführten Bundeswettbewerb „Bioenergie-Regionen“. Mit Hilfe einer Bundesförderung von 400.000 Euro für drei Jahre soll die Bioenergie in der Region nachhaltig etabliert werden. Das Ziel ist die ausgewogene stoffliche und energetische Nutzung der Biomasse, die Sicherstellung nachhaltiger Nutzung von Biomassepotenzialen sowie die maximale regionale Wertschöpfung.


Cochem-Zell wurde im März 2009 von der Agentur für Erneuerbare Energien als „Kommune des Monats“ ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung wird einmal im Monat deutschlandweit eine Kommune gewürdigt, die auf dem Gebiet erneuerbare Energien beispielhaft ist.
Von Beginn an beteiligte sich Cochem-Zell auch an der landesweiten Energiesparkampagne „Unser Ener“ des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums und nimmt an dem jährlich stattfindenden „Unser-Ener-Aktionstag“ teil.

 

Donnersbergkreis


Der Donnersbergkreis ist auf dem Weg zur „100% erneuerbaren Energie-Region“. Seit 1998 verfolgt der Kreis das Ziel, energieautark zu werden. Grundlage zur Umsetzung ist das „Donnersberger Energiekonzept“ (DENK).

2009 wurde ca. 85 Prozent des im Kreisgebiet privat verbrauchten Stroms regenerativ erzeugt. Dabei erwirtschaften die bis heute 38 Windkraftanlagen den deutlich höchsten Anteil an der regenerativen Stromerzeugung (2009 rund 63 Mio. kWh. Am Schneebergerhof errichtet die Firma juwi z. Zt. mit einer 6 MW-Anlage eine der leistungsstärksten Windenergie-Anlagen der Welt im Binnenland. Die Anlage produziert nach Angaben von juwi mehr als 18 Millionen Kilowattstunden pro Jahr; das reicht für mehr als 5.000 Drei-Personen-Haushalte.

Bereits bis 2003 waren auf allen kreiseigenen Schulen Photovoltaikanlagen installiert. Zwischenzeitlich befinden sich auf Schuldächern mehr als 500 kWpeak installierter Leistung, die jährlich mehr als 500.000 kWh produzieren. Insgesamt waren im gesamten Kreis Ende 2009 mehr als 1100 Photovoltaikanlagen errichtet worden, die jährlich über 16,9 Millionen kWh Strom produzieren. Weiterhin existieren zwei größere Biogasanlagen.


Begleitet wurde diese Entwicklung durch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und Beratungstätigkeit. Außerdem wurde eine Energieberatungsstelle bei der Kreisverwaltung eingerichtet. Seit Juni 1999 werden in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e. V. kostenfreie Energieberatungstage im Kreishaus angeboten. Darüber hinaus fördert der Donnersbergkreis durch ein eigenes Zuschussprogramm die Vor-Ort-Energieberatung durch die Energieberater des Handwerks und seit diesem Jahr auch die freiwillige Erstellung bedarfsorientierter Energieausweise. Der Kreis beteiligt sich seit zehn Jahren an der bundesweiten Aktion „Tag der regenerativen Energien“ sowie seit 2007 am landesweiten „Unser-Ener-Aktionstag“.

Der Kreistag des Donnersbergkreises hat vor zwei Jahren beschlossen, dass bis 2015 die aus erneuerbaren Quellen gewonnene Energie bezogen auf das Basisjahr 2006 vervierfacht und gleichzeitig der Energieverbrauch deutlich reduziert werden soll. Erreicht werden soll dies u.a. durch Ausbau des Informationsangebotes über bestehende Beratungs- und Zuschussmöglichkeiten, Gewinnung von Ortsgemeinden als „Energiedörfer“, Schaffung von baurechtliche Regelungen für Neubaugebiete gemeinsam mit Orts- und Verbandsgemeinden, Aufbau eines Beratungsangebotes für Gewerbe und Industrie, Nutzung gewerblicher Dachflächen für Photovoltaik, Einbau von Blockheizkraftwerken in kreiseigene Gebäude, Unterstützung bei der Errichtung von Biogasanlagen, Optimierung bestehender Windkraftanlagenstandorte, Ausbau von Photovoltaikfreiflächenanlagen und Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung zur Weiterentwicklung des „Donnersberger Energiekonzeptes (DENK)“.

 

Rhein-Hunsrück-Kreis

 

Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist in Bezug auf erneuerbare Energien und Klimaschutz sehr aktiv. Der Anteil erneuerbarer Energien im Strombereich liegt heute schon bei über 57% des Jahresstromverbrauchs der Region (absolut ca. 424 Mio. kWh Jahresstromverbrauch in 2007 im Landkreis). Nach Realisierung der im Bau befindlichen, genehmigten und beantragten Windenergieanlagen könnte der Rhein-Hunsrück-Kreis seinen gesamten Strombedarf  in drei Jahren zu 148% allein aus Windkraft decken. Seit 2003 werden alle Schulerweiterungsbauten in 3-Liter-Standard ausgeführt, seit 2009 alle Schulsanierungsarbeiten in Passivhausbauweise und alle kreiseigenen Neubauten in Energiegewinn-Bauweise. Der Rhein-Hunsrück-Kreis ist zur Zeit ferner dabei, ein Solarkataster zu erstellen.

In der Verbandsgemeinde Rheinböllen ist vor allem das Bemühen der Verwaltung hervorzuheben, mit einem „Solidarpakt“ die Bürgerinnen und Bürger in einer landschaftlich sensiblen Region (Soonwald) für den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu gewinnen.
Für sein integriertes Energie- und Stoffstrommanagement am Beispiel der Entwicklung des Pilotprojektes Nahwärmeverbund "Auf dem Füllkasten" hat der Rhein-Hunsrück-Kreis 2009 den Umweltpreis des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. Außerdem wurde der Kreis im September 2010 von der Agentur für Erneuerbare Energien als „Kommune des Monats“ ausgezeichnet.

 

Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau

 

Die Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau (Kreis Kaiserslautern) deckt ihren Strombedarf zu fast 100% aus erneuerbaren Energien. Bei einem Jahresstromverbrauch innerhalb der Verbandsgemeinde von ca. 39,6 Mio. kWh erzeugen die vorhandenen Regenerativstromanlagen mehr als 38,7 Mio. kWh. Ca. 98% des so erzeugten Stroms stammen aus 11 Windenergieanlagen mit einer gesamten installierten Leistung von 21 Megawatt (MW). Die restlichen 2 % stammen aus Photovoltaik- und Bioenergieanlagen.

Die VG Bruchmühlbach-Miesau strebt langfristig eine Verminderung ihrer Treibhausgasemissionen auf ein Niveau von 2,5 t CO2-Äquivalent pro Einwohner und Jahr durch Energiesparen, Energieeffizienz und durch die Nutzung erneuerbarer Energien an.
Ein kommunales Energiekonzept gibt es insofern, als die Verbandgemeinde mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums das Segment Gebäudemanagement als Teil eines Klimaschutz- und Energiemanagementkonzeptes umsetzt. Mit drei weiteren Verbandsgemeinden soll ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellt werden.

Bereits in der Planung befindet sich das Projekt Nahwärmeversorgung in der Ortsgemeinde Martinshöhe, das von dem wirtschaftlichen Unternehmen der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau getragen wird. In einem ersten Schritt werden alle öffentlichen und kirchlichen Gebäude in ein Nahwärmenetz eingebunden. Die Planungen sind so weit gediehen, dass zu Beginn der kommenden Heizungsperiode die Wärmeversorgung in Betrieb genommen werden kann. Energieträger werden Holzhackschnitzel sein.

In konkreter Planung befindet sich auch ein Projekt, um in Kooperation mit der Stadt Kaiserslautern auf den militärischen Liegenschaften der Region Photovoltaikanlagen zu errichten. Nach ersten Erhebungen werden sich in Bruchmühlbach-Miesau rund 55.000 m² Dachflächen und in der Stadt Kaiserslautern rund 30.000 m² Dachflächen militärischer Gebäude für die Belegung mit Photovoltaikanlagen nutzen lassen. Die voraussichtlichen Investitionskosten werden sich auf rund 20 Millionen Euro belaufen. Dies ist die erste Bestückung von Dachflächen der US-Armee mit Solaranlagen in Deutschland in dieser Größenordnung.

Die VG wird im Flächennutzungsplan 2010, der im Dezember beschlossen werden wird, eine weitere Konzentrationszone für  vier Windenergieanlagen der 3,2 MW-Klasse in der Ortsgemeinde Langwieden ausweisen.  Geplant ist darüber hinaus die Errichtung einer BHKW-Anlage im Miesau Army Depot.

 

Verbandsgemeinde Neuerburg

 

Mit einem Energiemix aus Sonne, Wind, Biomasse und Wasserkraft erzeugt die Verbandsgemeinde Neuerburg (Landkreis Bitburg-Prüm) schon heute mehr Strom, als sie pro Jahr verbraucht. 35 Windkraftanlagen, 4 Biogasanlagen, 140 Fotovoltaikanlagen sowie eine Wasserkraftanlage produzieren zusammen einen Überschuss an Strom von ca. 30 Prozent. Der jährliche Stromverbrauch in der Verbandsgemeinde Neuerburg liegt bei rund 39 Millionen kWh. Dem gegenüber steht eine Stromerzeugung aus regenerativen Energien von rund 53 Millionen kWh pro Jahr.

Von den 35 Windkraftanlagen werden 2011 durch Repowering 14 durch neue und leistungsstärkere Anlagen ersetzt und die Gesamtzahl der Anlagen um 4 reduziert.
Die VG Neuerburg will sich auch im Wärmebereich künftig vollständig aus heimischer regenerativer Energie versorgen. Erreicht werden soll dies über die umfassende Nutzung von Solarthermie, von Erd- und Umweltwärme sowie von Bioenergie, vor allem von Holz.
Auch die Verbandsgemeindeverwaltung geht mit gutem Beispiel voran. Ein sogenanntes  „Nachhaltigkeitsteam“ sucht nach Einsparpotenzialen im täglichen Arbeitsablauf sowie in der büro- und gebäudetechnischen Ausstattung. Für ihr Engagement im Modellvorhaben „Projekt 21“ wurde die Verbandsgemeinde Neuerburg im Jahr 2007 durch das Umweltministerium Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Die VG Neuerburg beteiligt sich seit 2007 auch an der Energiesparkampagne „Unser Ener“ des Umweltministeriums sowie am „Unser-Ener-Aktionstag“. Die Kommune ist im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Klimaschutzkommune 2009“ im Mai für ein vorbildliches Klimaschutzprojekt ausgezeichnet worden. Die Ehrung erfolgte im Wettbewerbsschwerpunkt „Klimaschonende Energieerzeugung und Einsatz erneuerbarer Energien“. Neuerburg wurde dabei mit neun weiteren Gemeinden unter rund 300 bundesweiten Bewerberkommunen ausgewählt. Im Dezember 2008 wurde die Verbandsgemeinde von der Agentur für Erneuerbare Energien als „Kommune des Monats“ ausgezeichnet.

 

Verbandsgemeinde Alzey-Land


Auch die Verbandsgemeinde Alzey Land deckt ihren Strombedarf bereits heute zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Sie wurde im Mai 2010 von der Agentur für Erneuerbare Energien zur „Kommune des Monats“ ernannt.

Bei einem Jahresstromverbrauch innerhalb der Verbandsgemeinde von ca. 71 Millionen Kilowattstunden (kWh) erzeugen die vorhandenen Regenerativstromanlagen mehr als 72 Mio. kWh. Über 90% des regenerativ erzeugten Stroms stammen aus 38 Windenergieanlagen mit einer gesamten installierten Leistung von 38,5 Megawatt (MW).
Alzey-Land ist die erste Kommune in Rheinland-Pfalz, die aktuell in das Repowering einsteigt. Die ersten beiden Anlagen auf dem Kloppberg zwischen Gau-Heppenheim und Hochborn wurden jetzt durch neue ersetzt, die ein Fünffaches der bisherigen Leistung aufweisen.

 

Verbandsgemeinde Schweich

 

Die Verbandsgemeinde Schweich produziert mehr als doppelt so viel Strom, wie ver-braucht wird. Innerhalb der rheinland-pfälzischen Verbandsgemeinden gehört die VG Schweich mit 97 Mio. kWh/Jahr zu den großen Stromverbrauchern.

Ein auf einen Standort konzentrierter Windpark erzeugt bei 22,5 MW installierter Leistung ca. 47 Mio. kWh/a emissionsfreien Windstrom – das sind 50% des Jahresstromverbrauchs.
Neun Solarparks mit 33,8 MWp Leistung produzieren rund 32,11 Mio. kWh/a Solarstrom. Hinzu kommen sonstige Fotovoltaikanlagen, v.a. auf Dächern, mit einer installierten Leistung von 1,7 MWp. Zudem  werden in 2010 auf gemeindlichen Gebäuden weitere 7 Dachflächen mit 160 kWp solarisiert. Damit sind Ende 2010 in der VG Schweich insgesamt etwa 36 MWp installiert die rund 34,2  Mio kWh/a produzieren.  Das ist 35% des Jahresstromverbrauchs. In Verbindung mit dem Klärgas-BHKW mit 0,24 MW und 0,7 Mio. kWh/a sowie den bestehenden Wasserkraftanlagen mit 32 MW und 120,8 Mio. kWh/a werden in der Verbandsgemeinde 209% des Jahresstromverbrauchs absolut emissionsfrei erzeugt, davon 82% allein über Wind und Sonne.

Künftiger Schwerpunkt ist die weitere Solarisierung der Dächer, die Prüfung weiterer PV-Freiflächenanlagen entlang der Autobahn A1, die Nachverdichtung des Windparks sowie der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Wärmebereich und der Einstieg in die Elektromobilität.

Die VG Schweich wurde am 9. Oktober 2010 für ihr Engagement mit dem Deutschen Solarpreis ausgezeichnet.

 

Energielandschaft Morbach

 

Auf dem ehemals größten Munitionsdepot der US-Airforce in Europa entstand mit Förderung des Landes die "Morbacher Energielandschaft", ein innovativer Park für re-generative Energien und Gewerbe.

Zur regenerativen Energieversorgung auf dem Gelände gehören mittlerweile 14 Windkraftanlagen der 2 MW-Klasse (davon ein Bürgerwindrad), Photovoltaikanlagen mit einer Modulfläche von insgesamt 10.000 Quadratmetern, eine Biogasanlage sowie eine Holzpelletieranlage. Die Abwärme der Biogasanlage, die vom Umweltministerium mit rund 100.000 Euro gefördert wurde, wird vollständig für die Trocknung von Säge-Restholz aus der regionalen Sägeindustrie genutzt, welches in der Holzpelletproduktionsanlage verarbeitet wird. Der hierzu benötigte Strom stammt weitgehend von den im Gelände vorhandenen Windkraftanlagen. Langfristig sollen hier 20.000 t Holzpellets pro Jahr produziert werden.
Eine Firma, die Holz(pellet)öfen vertreibt, hat seit 2009 Ausstellungs- und Büroräume in der Energielandschaft und bietet vor Ort Seminare für Hausbesitzer, Handwerker und Schornsteinfeger an.

Eine Holzblockhausfirma baut Häuser aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz, welches aus nachhaltigem Anbau stammt. Das hierbei entstehende Abfallholz wird vor Ort energetisch genutzt. Außerdem läuft seit kurzem eine Bioabfallvergärungsanlage, aus deren Gärresten ein hochwertiges künstliches Bodensubstrat (Terra Preta neu) hergestellt werden soll.

In Morbach ist es gelungen, mit der Energielandschaft Touristen aus aller Welt zu locken. Insgesamt haben seit 2003 bereits etwa 22.000 Besucher aus 70 Ländern die Energielandschaft besichtigt. Führungen werden durch die Gemeinde auf Anfrage angeboten. Ein Infozentrum wird im Herbst 2010 eingeweiht.
Die Energielandschaft Morbach ist im Rahmen des Bundeswettbewerbs „Klimaschutzkommune 2009“ im Mai als vorbildliches Klimaschutzprojekt ausgezeichnet worden. Die Ehrung erfolgte im Wettbewerbsschwerpunkt „Klimaschonende Energieerzeugung und Einsatz erneuerbarer Energien“. In 2009 wurde Morbach auch der „europäische Solarpreis“ verliehen.

Bereits 2006 wurde der Gemeinde über die Teilnahme am Bundeswettbewerb "Bundeshauptstadt im Klimaschutz " der Titel "Klimaschutzkommune 2006" verliehen – als eine von bundesweit 78. Weitere Auszeichnungen waren der Deutsche Solarpreis 2007, die Berücksichtigung als „Ausgewählter Ort“ 2008 in dem Bundesprojekt „Deutschland – Land der Ideen“, der Gewinn des Wettbewerbs CO2ntra 2009 sowie des Bundeswettbewerbs „Kommunaler Klimaschutz“ 2009.

 

Verbandsgemeinde Weilerbach


Mit dem Projekt „Zero Emission-Village“ hat die Verbandsgemeinde Weilerbach gemeinsam mit Partnern aus Landwirtschaft, Gewerbe, Schulen sowie Bürgerinnen und Bürgern vorbildhaft in Rheinland-Pfalz ein Stoffstrommanagement entwickelt, dass die vorhandenen Potentiale an erneuerbaren Ressourcen in der Region wie Biomasse, Sonne und Wind umfassend nutzt. Neben der Theorie war es vor allem die praktische Umsetzung durch energetische Sanierungsmaßnahmen: der Installation von über 80 Einzelanlagen zur solaren Stromerzeugung, der Errichtung von Bürgerwindrädern, einer Holzpelletoffensive und der Schaffung von Biomasse-Nahwärmenetzen auf kommunaler Ebene. Begleitet wurde es durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit. Das Projekt wurde 2001-2003 durchgeführt und vom damaligen Ministerium für Umwelt und Forsten finanziell unterstützt.

Die Verbandsgemeinde Weilerbach wurde u.a. mit dem Deutschen Solarpreis 2005 sowie mit dem rheinland-pfälzischen Umweltpreis 2006 ausgezeichnet. Aufgrund der positiven Erfahrungen wurde das ZEV-Projekt im Jahre 2004 auf den gesamten Land-kreis Kaiserslautern ausgedehnt.

 

Pressemitteilung Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz und kommunale Spitzenverbände vom 25.10.2010
 

 

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