Stadt Herdorf: Das „Städtchen“ an der Schwelle zum Siegerland

Am nördlichsten Zipfel von Rheinland-Pfalz, direkt an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen gelegen, gilt die Stadt Herdorf durch ihre besondere geographische Lage als  „Tor zu Siegerland und Westerwald". Damit versteht sich das „Städtchen“, wie es von seinen Bürgerinnen und Bürgern liebevoll genannt wird, als ein Bindeglied zwischen beiden Bundesländern.
 

Der Förderturm erinnert an die große Bedeutung, die der Bergbau früher in dieser Region hatte.Immerhin führt der Weg in den Herdorfer Stadtteil Dermbach unweigerlich durch Nordrhein-Westfalen. Wegen seiner klimatisch günstigen und landschaftlich schönen Lage ist Dermbach sogar als Erholungsort anerkannt.


Entlang des Flusses „Heller“ liegt Herdorf ohnehin in einer überaus reizvollen Umgebung zwischen Hügeln und Wäldern. Umgeben wird das rund 7.000 Einwohner zählende „Städtchen“ von Erhebungen wie dem Stahlertskopf, dem Hundskopf, dem 517 Meter hohen Windhahn und dem Malscheidskopf (510 m). Zahlreiche Wanderwege führen durch die Wälder rund um Herdorf, mit mehreren Aussichtspunkten, von denen aus man  imposante Ausblicke auf den Ort in der reizvollen Mittelgebirgslandschaft genießen kann. Herdorf und die angrenzenden Regionen bieten ideale Voraussetzungen auch für sportlich ambitionierte Läufer, Nordic-Walker oder Mountainbiker.

Jahrhundertelang lebte Herdorf von Erz, Basalt und Eisen, die den Ort und seine Menschen nachhaltig geprägt haben. Ihre Blütezeit erlebten Bergbau und Hüttenwesen nach  Einführung der Dampfmaschine und dem Anschluss an die Eisenbahnlinie Köln-Gießen, womit Herdorf zu einem pulsierenden Mittelpunkt der Siegerländer Montanindustrie und zu einer bevölkerungsreichen Ortschaft heranwuchs. Heute erinnert das Kreisbergbaumuseum im zweiten Stadtteil Sassenroth an diese traditionsreiche Vergangenheit. Im Jahre 1955 wurde zusammen mit den Nachbargemeinden Dermbach und Sassenroth die amtsfreie Gemeinde Herdorf gebildet und 1981 erhielt Herdorf auf Beschluss der Landesregierung die Stadtrechte.

Heute prägen eine Vielzahl mittelständischer Betriebe der metallverarbeitenden Industrie und der Elektro- und Steuerungstechnik die Wirtschaftsstruktur der Stadt.  Ansässig sind auch große Automobilzulieferer, die zum Teil in ihrer Branche zu den Weltmarktführern zählen.


Angebote für alle Generationen

Herdorf versteht sich als familienfreundliche Stadt, die für alle Generationen entsprechende Angebote bereit hält, durch die das Leben im Städtchen an der Heller lebenswert ist. Attraktive Neubaugebiete wurden in den letzten Jahren erschlossen und für Familien mit Kindern gibt es ein großes Angebot an pädagogischen Einrichtungen.  Ein konfessioneller Kindergarten, eine kommunale Kindertagesstätte mit einem modernen Krippenbereich für die U3-Betreuung, eine Grundschule sowie eine Realschule Plus sind in der Stadt vorhanden. Für Senioren gibt es eine moderne Pflegeinrichtung und ein großes Angebot ambulanter Hilfen.

Was das gesellschaftliche Leben der Stadt im Besonderen ausmacht, das ist das umfangreiche Vereinsleben.  Rund 60 Vereine gibt es in der Stadt, in denen die Bürgerinnen und Bürger ihren Hobbys nachgehen können. Alleine über ein Dutzend Sportvereine bieten für alle Altersgruppen ein breit gefächertes Angebot für Leistungs- und Breitensportler. Musik- und Gesangvereine, Theatergruppen, Heimatvereine, politisch und sozial engagierte Vereine und Verbände sorgen für ein gelebtes Miteinander. Dies kommt besonders auch in der fünften Jahreszeit zum Tragen. Große Tradition hat der Karneval in Herdorf, der mit dem Rosenmontagszug alljährlich seinen Höhepunkt findet. Zehntausende Narren säumen dann den Straßenrand  und erfreuen sich an den farbenprächtigen Zugbeiträgen.


Theater und Konzert im „Hüttenhaus“

Das „Hüttenhaus“ bringt ein breites Kulturangebot nach Herdorf. Foto: Stadt HerdorfIm kulturellen Bereich bietet Herdorf mit dem „Hüttenhaus“ einen Theater- und Konzertsaal großstädtischer Prägung, der mit anspruchsvollen Theater- und Musikdarbietungen auch über die Region hinaus bekannt und beliebt ist. Einst auf Betreiben des kulturell interessierten Direktors der örtlichen Eisenhütte  als Belegschaftshaus gebaut, wurde das Theater von der Stadt erst vor wenigen Jahren mit viel Fingerspitzengefühl saniert, indem man den typischen Charme der 1950er Jahre erhalten hat. Große Schauspieler geben sich hier die Klinke in die Hand, und als Konzertort der Landesstiftung „Villa Musica“ können Musikfreunde hier klassische Konzerte von außergewöhnlicher Qualität erleben.  

Die einzige Verbandsfreie Stadt im Landkreis Altenkirchen ist leider auch vom Gesetz der Landesregierung zur Kommunal- und Verwaltungsreform betroffen. Zum 1. Juli diesen Jahres wurde die Stadt Herdorf in die Verbandsgemeinde Daaden eingegliedert. Hiergegen hat die Stadt Klage beim Verfassungsgerichtshof Rheinland Pfalz eingereicht. Mit Spannung wird das Urteil erwartet und bis dahin geben die Verwaltung und auch die Bürgerinnen und Bürger die Hoffnung nicht auf, dass die Eigenständigkeit des „Städtchens“ doch erhalten bleibt.


Weitere Informationen: www.herdorf.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 08/2014
 

 

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