Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf: Arbeit und Leben auf hohem Niveau

In der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf gehen Innovationsfreude und Traditionsbewusstsein Hand in Hand. Das spiegelt sich auch in der Wirtschaftsstruktur wider. Verkehrsgünstig gelegene Gewerbestandorte sowie qualifizierte und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind wesentliche Faktoren, die die am Dreiländereck gelegene Verbandsgemeinde auch für Neuansiedlungen interessant machen.

 

Landschaft zwischen Daade und Heller – hier bei Emmerzhausen. Foto: Marc Rosenkranz, EmmerzhausenDie Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf ist eine traditionsreiche Gemeinschaft von heute zwei Städten und acht Ortsgemeinden. Die Geschichte hat im Daadener Land und im Hellertal eine Reihe sehenswerter steinerner Zeugen hinterlassen. Darunter nimmt die 1722 bis 1724 erbaute Barockkirche in Daaden, die in diesem Jahr mit großem Aufwand saniert wird, eine überragende Stellung ein. Auch heute noch spreizt der kaiserliche Doppeladler seine Schwingen über das Eingangstor von Schloss Friedewald. Kunstkenner erkennen in der lebhaft gegliederten Renaissance-Fassade (1580/82) des Haupthauses das Heidelberger Schloss als Vorbild. Mit ihrem Turm hat sich inmitten von Daaden die „Alte Post“, Teil des einstigen Schützschen Herrensitzes (1671), behauptet. Sie birgt die umfangreiche Sammlung des Heimatmuseums und ist heute zum Bürgerhaus umgebaut. Mehr im Verborgenen bezeugen Steine noch ein sehr altes Geschichtskapitel: den inzwischen erloschenen Erzbergbau.

Gastfreundschaft wird an Daade und Heller großgeschrieben. Die Gastronomie bietet sowohl rustikale Gemütlichkeit als auch ein anspruchsvolles Angebot aus Küche und Keller. Die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf verfügt über zahlreiche gepflegte Hotels, Ferienwohnungen und Gaststätten. Sportmöglichkeiten bieten unter anderem ein liebevoll ausgestattetes Hallenbad und zwei Freibäder. Für Wintersportler stehen bei entsprechender Witterung Skilifte und gespurte Loipen für Skiwanderungen zur Verfügung. In der abwechslungsreichen Mittelgebirgslandschaft lädt ein umfangreiches Wanderwegenetz zu besonderem Naturerleben ein. Themenwanderwege informieren darüber hinaus über die heimische Industrie- und Bergbaugeschichte. Über den Tellerrand hinaus schaut die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf mit dem Qualitätswanderweg „Druidensteig“, der in Zusammenarbeit mit umliegenden Kommunen konzipiert wurde und eine Anbindung an den Westerwaldsteig und den Natursteig Sieg schafft. Seit 2015 ist der Druidensteig eine Georoute des Nationalen Geoparks Westerwald-Lahn-Taunus. Auf 83 Kilometern führt der Premiumwanderweg durch ein bedeutendes Montanrevier Deutschlands. Der Bergbau ging im Druidenland über Jahrhunderte um und hinterließ tiefe Spuren in der malerischen Landschaft des nördlichen Westerwalds. Der Abbau von Basalt, Eisenerz, Buntmetallen und auch Braunkohle prägte nicht nur die Landschaft, sondern auch das kulturelle und soziale Leben. In der Blütezeit des Siegerländer Erzbergbaus um 1900 waren hier etwa 15.000 Bergleute beschäftigt. Nach der Schließung der letzten Gruben im Jahr 1965, darunter die Verbundgrube Füsseberg-Friedrich Wilhelm (Biersdorf/Herdorf), verschwanden die Zeugen dieser wichtigen Geschichte mehr und mehr. Seit 1986 würdigt der Kreis Altenkirchen die schwere Arbeit ungezählter Menschen durch die Einrichtung und den Betrieb des Bergbaumuseums in Herdorf-Sassenroth.


Wirtschaftsstandort

Die verkehrsgünstige Lage in Nähe der Autobahnlinie Dortmund – Frankfurt (A 45) und der Bundesstraßen 54, 414 und 62 mit der Nord-Süd-Verbindung Freudenberg – Hachenburg – Koblenz hat für die Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf eine wichtige Bedeutung. Die seit dem Ende des Erzbergbaus entstandene Industrie nimmt unter anderem im Behälterbau, im Maschinenbausektor und im Zuliefererbereich für die Automobilindustrie europaweit eine führende Rolle ein und hat darüber hinaus auch auf dem Weltmarkt Bedeutung erlangt. Mit über 600 Beschäftigten und einer großen Zahl an Auszubildenden an zwei Standorten ist die Firma Muhr und Bender größter Arbeitgeber des Daadener Landes. Das Werk in Daaden wurde 1960 im Zuge des sich damals abzeichnenden Strukturwandels gegründet. Die Firma Thomas Magnete in Herdorf ist dabei, mit großem finanziellem Aufwand ihre Kapazitäten weiter auszubauen. Die Stadt Herdorf trägt mit dazu bei, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Ein gut ausgestatteter Dienstleitungsbereich rundet die Wirtschaftsstruktur der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf ab. Günstige Möglichkeiten der Industrieansiedlung sind nach wie vor vorhanden. Im Daadener Rathaus ist Wirtschaftsförderung übrigens Chefsache.

Der Truppenübungsplatz Daaden hat sicher auch Anteil daran, dass die Region deutschlandweit bekannt ist. Der Eindruck vieler Soldaten, dass hier der Wind besonders kalt weht, war dabei nur ein kleiner Aspekt. Schon immer pflegten Verwaltung und Bevölkerung der angrenzenden Gemeinden ein ausgesprochen gutes und partnerschaftliches Verhältnis zu ihrem Bundeswehrstandort. Vor neuen Herausforderungen stehen die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung seit 2013, als die Bundeswehr diesen Standort aufgegeben hat. Es bleibt eine wichtige Aufgabe, Konzepte für eine nachmilitärische Nutzung zu erarbeiten und eine Balance zwischen Naturschutz, Wirtschaft und Naherholung zu erreichen.


Neue Wege gehen

Nachdem die von der rheinland-pfälzischen Landesregierung verfügte Eingliederung der Stadt Herdorf in die alte Verbandsgemeinde Daaden seit 2016 durch eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs Rheinland-Pfalz endgültig bekräftigt wurde, gilt es, diesen vergrößerten Gemeindeverband mit seinen über 18.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mit Bedacht und neuen Ideen für die Zukunft zu rüsten. Die frisch gekürte Stadt Daaden und die Ortsgemeinde Weitefeld profitieren gerade in erheblichem Umfang vom ISEK-Förderprogramm des Landes Rheinland-Pfalz. Das Land gewährt den beiden Kommunen üppige Zuschüsse für deren städtebauliche Entwicklung. Der größte Anteil wird in die Sanierung und Neugestaltung des zentral gelegenen Fontenay-le-Fleury-Platzes in Daaden gesteckt. Auch die Ortsgemeinde Weitefeld nutzt das zugesagte Geld um ihren Ortsmittelpunkt aufzuwerten.

Die demographische Entwicklung macht auch vor der Verbandsgemeinde Daaden-Herdorf und ihren zehn Gemeinden und Städten nicht halt. Umso mehr ist es das Ziel der Verantwortlichen im Daadener Rathaus und in allen Gemeinden und Städten, die gewachsenen Strukturen zu bewahren, ein hohes Maß an Lebensqualität vorzuhalten und gerade jungen Familien Perspektiven zu eröffnen, damit sie sich hier wohlfühlen können. Zahlreiche Anreize, auch finanzieller Art, sollen dazu beitragen, dass die Ortskerne in ihrer Lebendigkeit und Vielfalt erhalten bleiben. Eine weitere Zukunftsaufgabe, die Sicherung und Fortentwicklung der ärztlichen Versorgung kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten eng zusammenwirken. Die Verwaltung ist dabei, auch mit Hilfe externen Sachverstands, den dazu notwendigen Rahmen zu schaffen.

Die neu gebildete Verbandsgemeinde wächst zusammen und stellt sich gemeinsam den Herausforderungen der Zukunft.


Weitere Informationen: www.daaden.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 07/2017

 

 

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