Stadt Ingelheim: Eine alte Stadt erfindet sich neu

Ingelheim am Rhein, mit heute rund 26.000 Einwohnern, gehört aufgrund seiner günstigen Lage im Westen des Rhein-Main-Gebiets in diesen bedeutenden Wirtschaftsraum. Die Stadt ist Verwaltungssitz des Kreises Mainz-Bingen und mit Boehringer Ingelheim hat ein weltweit führendes Pharmaunternehmen hier seine Konzernzentrale. Hier spielt der demographische Wandel noch keine so große Rolle, da sich durch den gesunden Konzern mit alleine über 7000 Mitarbeitern in der Stadt weitere Angestellte oder Zuliefererbetriebe ansiedeln.
 

Die Burgkirche von Ingelheim. Foto: Stadt IngelheimDabei hat Ingelheim noch so viel mehr zu bieten: Sehenswerte Baudenkmäler aus mehreren Epochen, die herrliche Landschaft mit den Rheinauen und den Hügeln des nördlichen Rheinhessens, der Obst- und Weinbau, attraktive Freizeiteinrichtungen und eine rasant ihr Gesicht verändernde Innenstadt machen Ingelheim am Rhein zu einem beliebten Ausflugsziel und die Beschäftigung mit der Stadt zu einer lohnenden Sache.


Ingelheim damals …

Im 8. Jahrhundert n. Chr. baute Karl der Große hier nach antiken Vorbildern eine seiner prächtigsten Pfalzen. Nach behutsamer Ausgrabung und Rekonstruktion sind heute aus dieser und späteren Epochen viele Relikte zu besichtigen, unter anderem die Aula Regia, das Heidesheimer Tor, Wehrmauern aus dem 12. Jahrhundert, eine romanische Kirche und ein Museum mit Modell und digitaler Rekonstruktion der Pfalz, diverse Grabungsfunde und als besonderer Schatz eine im Umfeld der Kaiserpfalz gefundene Goldmünze Karls des Großen (mithin die einzige, die weltweit bekannt ist). Weitere sehenswerte Altertümer sind die Gotische Burgkirche (eine der schönsten und besterhaltenen Wehrkirchen Süddeutschlands aus dem 15. Jahrhundert); die Wehranlagen mit Wehrmauern, Türme und Tore aus dem 12. – 14. Jahrhundert, malerische Altstadtgassen mit Adelshöfen und barocke Bürgerhäuser.
Das Heidesheimer Tor an der Ingelheimer Kaiserpfalz. Fotos: Stadt Ingelheim
Um sich einen Überblick zu verschaffen, bietet sich ein Besuch des 1912 erbauten Bismarckturms an, dessen Plattform in 27 Metern Höhe einen herrlichen Rundblick auf die Stadt, das Selztal, den Rheingau und den Rhein mit dem markanten Binger Loch im Westen bieten.

… und heute

Das moderne Ingelheim präsentiert sich heute als Mittelzentrum mit hohem Wohnwert und hoher Lebensqualität. Eine breit aufgestellte Wirtschaftsstruktur, vorbildliche Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen und Kultureinrichtungen führen dazu, dass Ingelheim auch zu den Top-Wohnstandorten in der Region gehört: Sie verbindet die Vorteile der Stadt mit den Annehmlichkeiten, die ein Leben inmitten einer einzigartigen Kulturlandschaft zu bieten hat. Sozusagen urbanes Leben mit ländlichem Flair. Bei einer Weinanbaufläche von 645 Hektar, die die Stadt umgeben, kein Wunder. Ein Haushalt von 223 Millionen Euro im aktuellen Jahr (bei 162 Millionen Euro Kreis-, Gewerbesteuer- und Finanzausgleichsumlage)erlaubt all diese Vorzüge.

Dabei steht Ingelheim vor großen Herausforderungen, unter anderem bedingt durch eine relativ späte Stadtwerdung vor 75 Jahren. Eine gewachsene Mitte, kennzeichnend für alte Städte, konnte sich hier in den letzten Jahrzehnten nicht heraus bilden, sondern deren Schaffung ist das erklärte Ziel von Politik, Verwaltung und Bevölkerung. Nach dem Bau des zentralen Stadtplatzes und der „Neuen Mitte“ mit mehr als 8000 Quadratmetern neuer Einzelhandelsfläche wird aktuell mit Hochdruck an mehreren weiteren Projekten in der Innenstadt gearbeitet, um den eingeschlagenen Weg der innerstädtischen Entwicklung fortzusetzen und die Attraktivität der Stadt weiter zu steigern. Hierzu gehören neben weiterer Einzelhandelsflächen auch eine große Veranstaltungs- und Kulturhalle, für die die Stadt fast 60 Millionen Euro in die Hand nimmt, der Neubau des Weiterbildungszentrums, ein Erweiterungsbau für das Rathaus und eine Vinothek, die im Winzerkeller der der ehemaligen Winzergenossenschaft ihren Standort finden wird.

Ingelheims Zukunft ist spätburbunderrot oder: Eine Stadt erfindet sich neu

So zeigt sich Ingelheim als Stadt, die in den vermeintlichen Nachteilen der Vergangenheit vor allem Chancen sieht und diese für die zukünftige Entwicklung konsequent nutzt. Neben den baulichen Maßnahmen sind dies vor allem auch Investitionen in gesellschaftliche Fragestellungen. Ob Klimaschutzkonzept und Null-Emissions-Stadt, ob Integrationskonzept oder Weiterbildung, ob Kinderbetreuung oder generationenübergreifendes Wohnen: Ingelheim ist bei den wichtigen Themen der Gegenwart nicht nur dabei, sondern vielfach sogar Trendsetter in Rheinhessen. Das Mehrgenerationenhaus ist nach nur fünf Jahren bundesweit bekannt und wird als Vorbild für lebendiges Ehrenamt beschrieben. Das vor drei Jahren errichtete Jugend- und Kulturzentrum Yellow hat sich nicht nur zum Treffpunkt für junge Leute entwickelt. Konzerte, Preisverleihungen und viele Kurse finden dort statt. Und der neue Stadtplatz, der die Stadtteile miteinander eint, ist bei vielen sommerlichen Veranstaltungen bestens besucht, ob Public Viewing, Konzerte, Stadtlesen oder Märkte, die Ingelheimer wissen zu leben!


Weitere Informationen: www.ingelheim.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 09/2014
 

 

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