Stadt Germersheim: Die alte Festung wurde zum Ausflugsziel

Als verbandsfreie Stadt und Sitz der Kreisverwaltung des gleichnamigen Landkreises erfüllt die Stadt Germersheim vielfältige Funktionen im südöstlichen Landesteil. In den letzten Jahren wurde die Stadt auch mehr und mehr als touristisches Reiseziel bekannt, in Rückbesinnung auf die Anziehungskraft der alten Festung.
 
Luftaufnahme GermersheimDie Festung ist durch ihre einmalige Erhaltung und Größe in Deutschland bekannt und wurde in den 1990er Jahren der Bevölkerung wieder zugänglich gemacht Die Freizeit- und Sportmöglichkeiten in der Stadt haben ihren Anteil an der touristischen Aufwertung der Stadt Germersheim. Nicht zuletzt auch die Entscheidung, einen Wohnmobilstellplatz in der Innenstadt zu hauen, um auch diesen Gästen die Möglichkeit zu geben, Germersheim mit seinen Reizen zu erleben.

Verkehrsanbindung und Infrastruktur


Sehr gute verkehrsmäßige Anbindungen sind in Germersheim vorhanden. So ist eine Anreise mit dem Zug, aber auch mit dem eigenen Auto oder mit dem Bus ideal.

Nicht nur die Touristen schätzen den Standort als lebenswert und liebenswert, sondern auch die vielen großen Unternehmen, die sich in den letzten Jahren hier angesiedelt haben. Nicht zuletzt wegen der sehr guten Infrastruktur und der verkehrlichen Anbindung. Germersheim ist auf der Wasserstraße, dem Rhein, genauso gut zu erreichen wie über die Schiene und Straße. So sind, um nur einige zu nennen, die Daimler Chrysler AG, Yves Rocher, Gumasol in Germersheim vertreten.

Das Bildungsangebot für die Kinder hält alle Schulformen in Germersheim vor. Von der Grund-, Haupt-, Realschule über das Gymnasium und einer Berufsbildenden Schule, ein zusätzlicher Standortvorteil. Ein besonderes Bildungsangebot hat der Fachbereich für Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft FASK zu bieten. Dieser Fachbereich der Universität in Mainz ist in der ganzen Welt bekannt, so dass 2.500 Studenten aus über 90 Nationen Dolmetscher oder Übersetzer in Germersheim studieren.

Aus der Geschichte


In der Römerzeit trafen sich die Handelswege in dieser Region, so dass eine kleine Ansiedlung entstand. Im Jahr 1276 wurden die Stadtrechte von Rudolf von Habsburg verliehen. Im weiteren Verlauf gelangte die Stadt an die Kurpfalz und wurde kurpfälzische Amts- und Oberamtsstadt. Im Jahr 1674 war das Schicksalsjahr für die Stadt Germersheim. Sie wurde von den Franzosen komplett niedergebrannt. Bis auf ein paar Mauern der katholischen Kirche und deren Krypta war von der Stadt nichts mehr erhalten. Nachdem die Pfalz an Bayern gelangt war, beauftragte König Ludwig 1. den Ingenieur-Major Friedrich Schmauß, Pläne für eine Verteidigungsanlage in Germersheim zu erstellen. Diese Pläne entstanden in den Jahren 1832/33. Damals war die Pfalz der westlichste bayrische Landesteil, der gegen die Franzosen ein Bollwerk bilden sollte. Baubeginn der Festungsanlagen war dann im Jahr 1834. Während des Ersten Weltkrieges wurden Gebäudeteile wie das Lazarett zur Verwundetenversorgung genutzt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die „Schleifung" der Festung in Germersheim beschlossen. Die Hauptumwallung der Festung musste zum größten Teil entfernt werden. Um städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten zu haben, die durch den Bau der Festung völlig eingeschränkt waren, wurden verschiedene Festungsbauwerke wie z. B. die Fronte Schmauß entfernt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der ehemaligen Festungsanlagen wieder für militärische Zwecke genutzt. In den 90ern wurden auf Grund der Bundeswehrreduzierung einzelne Gebäude und Kasernenanlagen an die Stadt Germersheim zurück gegeben. Die bis dahin im Dornröschenschlaf befindlichen Teil der Festung konnten der Bevölkerung wieder zugänglich gemacht werden. Heute ist die friedliche Festung Germersheim zu besichtigen. Der Verkehrsverein Germersheim bietet nach telefonischer Rücksprache oder an jedem ersten Samstag im Monat, in der Zeit vom März bis Oktober, öffentliche Stadtführungen an.

Touristische Angebote


Im ehemaligen Zeughaus ist heute das Deutsche Straßenmuseum mit Tagungs- und Seminarräumen untergebracht. Ein weiteres Museum befindet sich im Ludwigstor. Dort wird die Heimatgeschichte sehr eindrucksvoll aufgearbeitet dargestellt. Kultur kann man in Germersheim auf dem Skulpturenweg erleben oder aber auch beim Kultursommer im Hufeisen in Germersheim.

Nach den kulturellen Erlebnissen in der Stadt Germersheim bietet sich eine Rheinschifffahrt mit der Stadt Germersheim an.

Nicht nur die Stadt Germersheim, sondern auch der Stadtteil Sondernheim hat seine Reize. In dem Naturschutzgebiet Rheinauen können lange Wanderungen auf gut befestigten Wegen geplant werden. Geschütze Vogel- und Tierarten haben hier die Möglichkeit, sich ungestört zu entfalten.

Die Rheinebene ist weiterhin sehr reizvoll, um diese mit dem Fahrrad zu erkunden. So befinden sich direkt am Rhein entlang die „Velo Route Rhein" (Basel bis Mainz) und der Rheinauenradweg. Die Queich mündet in Germersheim in den Rhein. Grund genug, von der Mündung bis an die Quelle die Queich mit dem Rad zu erleben. Alle Radwege sind sehr gut ausgeschildert.

Feste


Die Stadt Germersheim feiert auch über die Grenzen hinaus bekannte Feste wie z. B. das „Festungsfest", das alle zwei Jahre stattfindet. Das nächste Festungsfest ist vom 16.05. - 18.05.2003 geplant. Die ganze Innenstadt ist mit verschiedenen Attraktionen in Feierlaune. So findet ein Bauern- und Künstlermarkt oder aber auch ein Markt der Genüsse im Festprogramm Einzug.

Des Weiteren finden der Pfingstmarkt, das Straßenfest und der Weihnachtsmarkt statt. Im Frühjahr auf dem Frühlingsfest und beim Martinsmarkt findet darüber hinaus ein verkaufsoffener Sonntag in der Stadt sowie heim Festungsfest statt.

Weitere Informationen: www.germersheim.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 11/2002
 

 

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