Ortsgemeinde Freckenfeld – Das Dorf soll typisch bleiben

Ortsgemeinde Freckenfeld

Die Ortsgemeinde Freckenfeld gehört zur Verbandsgemeinde Kandel in der Südpfalz und liegt im Landkreis Germersheim zwischen den Städten Karlsruhe und Landau in der Pfalz. Nach Weißenburg im Elsass sind es 10 km. Im Norden grenzen die Gemarkungen Winden und Hergersweiler an, im Süden die Gemarkung der Stadt Wörth (Stadtteil Schaidt), im Osten die Gemarkung Minfeld und im Westen die von  Vollmersweiler und Dierbach.

 

Die innerörtliche Gestaltung hat in der Ortsgemeinde Freckenfeld einen hohen Stellenwert. Foto: Ortsgemeinde FreckenfeldDie Einwohnerzahl von Freckenfeld liegt bei 1699 Einwohnern (Stand 30.09.2016), davon sind 870 Frauen und 829 Männer. Der demographische Wandel zeichnet sich auch in Freckenfeld ab, sukzessive hat über die letzten Jahre der Anteil der jüngeren Bevölkerungsgruppen ab- und der der älteren zugenommen.


1. Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen

Freckenfeld war bis in die 1950er Jahre ein typisches, überwiegend landwirtschaftlich geprägtes Dorf am „Viehstrich“. Inzwischen gibt es nur noch wenige landwirtschaftliche bzw. Weinbaubetriebe und auch nur wenige Gewerbetriebe. Die Einwohner Freckenfelds haben ihre Arbeitsplätze überwiegend in Kandel, Wörth und Karlsruhe und pendeln zwischen Arbeitsplatz und Wohnort. Aufbauend auf die Ergebnisse der Dorfmoderation im Jahre 2010/2011 wurde die Fortschreibung des Dorferneuerungskonzeptes in Angriff genommen.
Ziel der Dorferneuerung ist es, in gemeinsamer Anstrengung von Gemeinde und Bürgern, Freckenfeld nachhaltig als attraktive Wohngemeinde zu entwickeln, mit der sich die Einwohner identifizieren können und die für alle Generationen Perspektiven in der Zukunft bietet. Insbesondere sollen typische Elemente, die sowohl das Ortsbild, die Infrastruktur als auch das Zusammenleben in Freckenfeld bis heute prägen, bewahrt und stärker in den Blickpunkt gerückt werden.

Durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Altortsbereich soll die Neuordnung der Innenbereiche (Stichwort: Innenentwicklung vor Außenentwicklung) gesteuert werden.
Neben den o. a. baulich-technischen Maßnahmen liegt ein besonderer Schwerpunkt der Dorferneuerung in Freckenfeld auch in der zukunftsorientierten Auseinandersetzung mit sozialen Belangen, wie z. B. dem Zusammenleben von Alt und Jung und der Erhaltung und Entwicklung einer dörflichen Identität. Im Verlauf der letzten Monate wurde bereits mit der Umsetzung der ersten Maßnahmen aus dem Dorferneuerungskonzept begonnen. Die Umgestaltung und der Teilausbau des Sportplatzweges sind bereits abgeschlossen. Die Jugendlichen haben im Rahmen der Dorfmoderation ein Konzept für die Errichtung einer Bolzplatzhütte entworfen. Die Hütte wurde bereits erworben und in Eigenregie aufgebaut.

Zwischenzeitlich wurden bereits einige unbebaute Grundstücke als auch Leerstände veräußert. Um dies voranzutreiben gibt es in Freckenfeld einen sogenannten Leerstandslotsen, der sich diesem Thema gemeinsam mit der Verbandsgemeindeverwaltung gezielt annimmt. Die Planung zur Ausweisung eines kleinen Neubaugebietes nördlich der Raiffeisenstraße wurde auf Flächenutzungsplanebene angestoßen. Ganz zentral gelegen in der Ortsmitte vor der Grundschule und neben der Turnhalle und dem Bürgerhaus findet man den Dorfplatz (Brunnenplatz), der vor ca. 20 Jahren im Rahmen der damaligen Dorferneuerung neu gestaltet wurde.

Das aktuellste Projekt ist die Sanierung des Anwesens Hauptstraße 73 mit der Einrichtung eines Dorfladens mit Caféecke. Es handelt sich hierbei um den ehemaligen Dorfladen ('s Gnahne) der vor wenigen Jahren aus Altersgründen durch den letzten Betreiber geschlossen wurde. In der Reaktivierung des von einem Verein geführten Dorfladens sieht die Gemeinde die zentrale Aufgabe zur Entwicklung des funktionalen Ortsmittelpunktes mit der Bündelung von verschiedenen Einrichtungen wie dem Rathaus, dem Heimatmuseum, dem Bürgersaal, der Grundschule mit Turnhalle, dem Kindergarten und verschiedenen Dienstleistungsangeboten wie z.B. die Sparkasse.

Die Grundversorgung wird in Freckenfeld derzeit neben dem Dorfladen über eine Metzgerei und eine Bäckereifiliale gedeckt. es Weiteren sind in Freckenfeld zahlreiche Angebote wie Frisörsalon, Gärtnerei und Tankstelle vorhanden. Die medizinische Grundversorgung ist durch einen Allgemeinarzt abgedeckt. Eine Praxis für Krankengymnastik ergänzt das Angebot. Vier Gaststätten und zwei Weinstuben gewährleisten das gastronomische Angebot des Dorfes. Für Übernachtungen stehen ca. 20 Zimmer bzw. Ferienwohnungen zur Verfügung.

Im Dorf gibt es vier Bushaltestellen. Die Schul- und Linienbusse verkehren zwischen Kandel, Bad Bergzabern und Wörth, den Städten, in denen sich auch die weiterführenden Schulen befinden. Die Ortsgemeinde ist hinsichtlich der Breitbandversorgung gut aufgestellt.

Bürgerschaftliches Engagement

Für eine Gemeinde der Größe von Freckenfeld ist das Angebot an Vereinen sehr breit gefächert So gibt es insgesamt 22 Vereine, von denen der Turn- und Sportverein, der Tennisclub, der Modellflugverein, der Musikverein, der moderne Chor „Singfonia“ und die Freiwillige Feuerwehr aktive Jugendarbeit betreiben. Die Vereine führen eine Vielzahl von Veranstaltungen und Festen durch. Es gibt in Freckenfeld außerdem eine DSL Gruppe „Schnelles Internet“ die sich mit dem Thema Breitbandversorgung befasst. Im Bereich erneuerbare Energien hat sich eine Gruppe zum Thema „Einsparpotenziale mit alternativen Energien“ gegründet.

Sowohl in der kommunalen Kindertagesstätte als auch in der Grundschule ist das Vermitteln von Werten wie Erhalt der Dorftradition von großer Wichtigkeit. In der Grundschule gibt es hierzu verschiedene Projekte wie gemeinsames Gemüse anpflanzen, ernten und zubereiten, den Lernort Bauernhof und der Besuch des Heimatmuseums. Des Weiteren wird in Kita und Grundschule die musikalische Früherziehung gefördert. In der Kindertagesstätte werden u.a. gemeinsam Hochbeete bepflanzt.

Seit der Dorfmoderation steigt die Nachfrage nach Bauplätzen stetig an. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, strebt die Ortsgemeinde die Ausweisung eines kleinen Neubaugebietes für junge Familien an. Des Weiteren wurde das Thema Altortbebauungspläne im Rahmen des Dorferneuerungskonzeptes aufgegriffen. Im Gemeinderat wurde kontrovers über dieses Thema diskutiert und noch kein abschließender Beschluss gefasst. Mit dem Altortbebauungsplan soll das prägende Ortsbild bewahrt – aber auch dem Wunsch der Bauherren nach modernem Bauen und der Nutzung von regenerativen Energien entsprochen werden.


Weitere Informationen unter: www.vg-kandel.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 11/2016

 

 

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