Stadt Ulmen: Die junge Stadt in der Vulkaneifel

Der Ministerrat des Landes Rheinland-Pfalz hat am 01. September 2009 entschieden der Gemeinde Ulmen die Bezeichnung „Stadt“ zu verleihen und ist damit dem am 30.03.2007 eingereichten Antrag gefolgt. Die offizielle Verleihung der Stadtrechte fand im Rahmen eines dreitägigen „Stadtfestes“ am Freitag den 02. Oktober 2009 durch den Ministerpräsidenten des Landes Rheinland-Pfalz Kurt Beck statt.
 
Die Ulmener Innenstadt

Die junge Stadt Ulmen liegt in der schönen Vulkaneifel, im nord-westlichen Teil des Landkreises Cochem-Zell in der Verbandsgemeinde Ulmen, auf einer Hochfläche mit einer mittleren Höhe von ca. 450 m NN. Der höchste Gemarkungspunkt liegt bei 616 m NN.

Die Geschichte Ulmens reicht bis ins zweite nachchristliche Jahrhundert – in die römische Epoche - zurück. Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz haben sich mit historischen Funden aus dieser Zeit beschäftigt und nachgewiesen, dass bereits gegen Ende des 3. Jahrhunderts nach Christus ein ausgeklügeltes hydraulisches Wassersystem um den Burgberg über einen Stollen zum Maar betrieben wurde. Bis zur Neuzeit hat Ulmen eine ereignisreiche Geschichte mit vielen Höhen aber auch Tiefen erlebt.

Bereits schon einmal, am 31.05.1376 wurden durch Kaiser Karl IV. die Stadtrechte an Ulmen verliehen. Im Laufe der Geschichte hatte Ulmen das Stadtrechtsprivileg jedoch wieder verloren.

Die Gemarkungsfläche von Ulmen beträgt 2.862,30 ha, davon sind 54 % Wald, 27 % landwirtschaftliche Flächen, 10 % Bauflächen und 9 % sonstige Flächen.
Ulmen hat mit seinen Stadtteilen Meiserich, Vorpochten und Furth rund 3.600 Einwohner, wobei ca. 3.000 Personen im Zentrum leben und sich die restlichen Einwohner auf die Stadtteile verteilen.
Der Bevölkerungszuwachs in den vergangenen fünfzehn Jahren beträgt rd. 20 % bei einem Landesdurchschnitt von gerade mal 3%. Zurückzuführen ist dieser Zuwachs vor allem auf die in vielfältiger Weise eingetretenen Verbesserungen der Gesamtinfrastruktur des Ortes.

Die zentrale Lage im Schnittpunkt zwischen Koblenz und Trier an der Autobahn 48 und A1, der Bundesstraße 259 und zahlreicher Landes- und Kreisstraßen haben haben die Entwicklung Ulmens begünstigt.

Die Schließung der Eifel-Maar-Kaserne im Jahre 1995 war ein harter Schlag für Ulmen und stellte die Gemeinde vor die schwierige Aufgabe den Arbeitsplatz- und den Wirtschaftskraftverlust zu kompensieren. Zwischenzeitlich ist auf dem ehemaligen Kasernengelände der Eifel-Maar-Park als Sozial- und Gewerbestandort entstanden. Ein Großteil der Fläche wird von dem Bildungs- und Pflegeheim St. Martin genutzt. Heute sind im Eifel-Maar-Park mehr zivile Arbeitsplätze vorhanden, als zur der Zeit als Bundeswehrstandort. Insgesamt verfügt die Stadt Ulmen über mehr als 900 Arbeitsplätze.

In der Stadt Ulmen gibt es vier ausgewiesene Gewerbe- und Industriegebiete.
Im Jahr 1995 wurde die Projektentwicklung Vulkaneifel GmbH Ulmen (PEG) gegründet. Gesellschafter sind neben der Stadt Ulmen und der Verbandsgemeinde Ulmen (51 %) noch weitere fünf verbandsangehörige Gemeinden. Die PEG übernimmt die Erschließung und Vermarktung der Gewerbeflächen zum Zwecke der Ansiedlung, Erhaltung und Erweiterung von Unternehmen und die Förderung des Fremdenverkehres.

Viele Gewerbe- und Handwerksbetriebe sind schon seit langem in Ulmen angesiedelt. In den letzten Jahren ist die Anzahl der mittelständigen Betriebe jedoch stetig gestiegen. In der Gewerbekartei der Stadt Ulmen sind derzeit 250 Gewerbe angemeldet. Freie Gewerbeflächen für weitere Gewerbeansiedlung stehen zur Verfügung.

Heute hat Ulmen, als Sitz der Verbandsgemeindeverwaltung mit einer Stadt sowie 15 weiteren Ortsgemeinden und insgesamt rd. 12.000 Einwohnern, als Dienstleistungszentrum und als Einkaufsort eine große Bedeutung. Ulmen verfügt über ein beachtliches Einzelhandelssortiment. Durch dieses quantitativ und qualitativ sehr gute Angebot ist eine bedarfsgerechte überörtliche Versorgung der Einwohner sichergestellt und wird eifrig genutzt. Auch Bürger aus den benachbarten Verbandsgemeinden Kelberg und Daun schätzen und nutzen das Kauf- und Dienstleistungsangebot in Ulmen.

Auch das Bildungsangebot kann sich sehen lassen: Die Stadt Ulmen verfügt über eine Grundschule und über die Realschule plus Vulkaneifel als Ganztagesschule.
Für Kleinkinder ist eine Ganztagesbetreuung in der Katholischen Kindertagesstätte Ulmen vorhanden.

Ulmen besitzt eine wesentliche Bedeutung für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der gesamten Region. Zu den vordringlichen gemeindlichen Entwicklungszielen zählen daher die Sicherung der Arbeits- und Produktionsbedingungen und des Wirtschaftstandortes, sowie der Ausbau des Fremdenverkehres.

Ulmen ist ein anerkannter Erholungsort nach dem Kurortegesetz mit einer guten touristischen Infrastruktur. Die rund 20.000 Übernachtungen im Jahr 2008 sind ein Beleg für die große wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs für die Stadt Ulmen.

Die zahlreichen örtlichen und überregionalen Wanderwege sind gut ausgebaut und durchgängig beschildert. Besonders erwähnenswert ist der Eichenblattweg: ein Rundweg mit 90 km Länge der auf attraktiven und abwechslungsreichen Strecken durch die gesamte Verbandsgemeinde Ulmen verläuft. Ein Naturerlebnis besonderer Art ist auch der Wanderweg durch das „Tal der wilden Endert“. Auf 23 km schlängelt sich die Endert, mal zahm, mal wild tosend, bevor sie in Cochem in die 400 m tiefer gelegene Mosel mündet.

Der touristische Name der Verbandsgemeinde Ulmen „Ferienland der Thermen und Maare“ deutet bereits darauf hin, was die Region – unter anderem – zu bieten hat. Der Vulkanismus hat das Ferienland geprägt und ihm einige geologische Schätze hinterlassen. Als vor ca. 10.000 Jahren der jüngste Vulkan Deutschlands ausbrach und sich der Explosionskrater mit nachfließendem Grundwasser füllte, entstand der jüngste Vulkansee der Eifel: das Ulmener Maar. Das Maar liegt auf einer Höhe von 420 m ü. NN. Und gehört mit einer Tiefe von 37 Metern und einer Ausdehnung von 225 bzw. 325 Metern (5,4 ha) zu den mittelgroßen Maaren der Eifel.

Direkt über dem Ulmener Maar befindet sich die das Ortsbild prägende Ruine der Kreuzritterburg aus dem 11. Jahrhundert, die sich besonders gut für kulturelle Veranstaltungen eignet.
In unmittelbarer Nachbarschaft zum Ulmener Maar liegt ein weiterer jedoch wesentlich älterer Vulkankrater: der Jungferweiher, ein bedeutendes Natur- und Wasserschutzgebiet.

Ulmen ist ein Ort mit geschichtlichem Hintergrund und gleichzeitig Kristallisationspunkt kulturellen Lebens, von Dienstleistung und Wirtschaftsstandort. Es ist ein attraktiver und moderner Wohn- und Ferienort sowie Knotenpunkt von Kommunikation und Integration.
Mit ihrer historisch belegten ereignisreichen Geschichte im Hintergrund und dem ausreichend gegebenen Entwicklungspotential schaut die junge Stadt Ulmen nun positiv in eine erwartungsvolle Zukunft.

Weitere Informationen: www.gemeinde-ulmen.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 02/2010

 

 

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