Verbandsgemeinde Südeifel - Die Zukunft gestalten über Grenzen hinweg

Die Verbandsgemeinde Südeifel liegt im äußersten Westen von Rheinland-Pfalz, im Eifelkreis Bitburg-Prüm, dem flächengrößten und gleichzeitig am dünnsten besiedelten Landkreis in Rheinland-Pfalz. Neben der Stadt Neuerburg, die auch Verwaltungssitz ist, gehören 65 eigenständige Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Südeifel an. In ihr leben 19.228 Einwohner (Stand 31.08.2016) auf einer Fläche von 358,64 km². Die VG Südeifel ist zum 1. Juli 2014 aus dem Zusammenschluss der Verbandsgemeinden Irrel und Neuerburg entstanden.

 

Die Natur kennt keine Grenzen: Wanderparadies Südeifel. Foto: VG SüdeifelDie Grundlage für den Zusammenschluss legte die Landesregierung am 28. September 2010 mit  dem „Ersten Gesetz zur Kommunal- und Verwaltungsreform“, dessen Ziel es war, die Leistungsfähigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Verwaltungskraft der kommunalen Strukturen zu verbessern. Im Rahmen der bis zum 30. Juni 2012 befristeten sogenannten Freiwilligkeitsphase kam kein freiwilliger Zusammenschluss mit einer Nachbarverbandsgemeinde zu Stande. Zu fest schienen die kommunalen Gebietsstrukturen gefügt zu sein, die die erste rheinland-pfälzische Verwaltungsreform in den Jahren 1968-1970 hinterlassen hatte – damals waren die Verbandsgemeinden aus mehreren aus der preußischen Zeit stammenden Ämtern hervorgegangen. Gegen einen freiwilligen Zusammenschluss der Verbandsgemeinden Irrel und Neuerburg wurden neben deren hohen Verschuldung auch die als bürgerunfreundlich empfundenen Distanzen zu einem zentralen Verwaltungssitz sowie strukturelle und landsmannschaftliche Nord-Süd-Unterschiede angeführt. Mit dem Landesgesetz vom 20. Dezember 2013 wurde daher das Zusammengehen der VG Irrel mit der VG Neuerburg zum 1. Juli 2014 verfügt. Für die neue Gebietskörperschaft wurde der Name "Verbandsgemeinde Südeifel" mit dem Verwaltungssitz in der Stadt Neuerburg festgelegt. Zum Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde Südeifel wurde in der Wahl vom 25. Mai 2014 Moritz Petry bestimmt.

Die mit Bedacht gewählte Bezeichnung „Verbandsgemeinde Südeifel“ ist inzwischen zu einem echten „Zugpferd“ geworden, das die beiden ehemals getrennten Verwaltungseinheiten mehr und mehr zusammen wachsen lässt. Der Namensteil „Südeifel“ besitzt nicht nur eine positive Bedeutung, die mit den Vorstellungen von angenehmem Klima und Freizeit gleichgesetzt wird und hervorragend für die Tourismuswerbung geeignet ist, sondern sie stiftet auch regionale Identität, indem sie auf Verbindungen zu vorhandenen Strukturen verweist. Der namensgleiche Naturpark, der Naturpark Südeifel, ist mit seiner Gründung 1958 der älteste und traditionsreichste Naturpark in Rheinland-Pfalz. Mit einer Fläche von 432 Quadratkilometern erstreckt er sich über die ehemaligen Verbandsgemeinden Irrel und Neuerburg, sowie die bestehende Verbandsgemeinde Arzfeld im Norden. Er ist damit ganz besonders geeignet, eine identitätsstiftende Klammerfunktion zu übernehmen. Darüber hinaus besitzt er eine Eigenschaft, die er mit der neuen VG Südeifel teilt. Er liegt direkt an der Grenze zum Großherzogtum Luxemburg und bildet gleichzeitig den deutschen Teil des Deutsch-Luxemburgischen Naturparks, dem ersten grenzüberschreitenden Naturpark Westeuropas. Dieser grenzübergreifenden Ausrichtung fühlt sich auch die VG Südeifel eng verbunden.

Die Verbandsgemeinde Südeifel zeichnet sich durch eine landschaftlich bedingte Nord-Süd-Zonierung aus. Die im Norden gelegene „Islek-Hochfläche“ steigt auf über 500 m ü. NN an und weist vor allem bevölkerungsarme Kleinstgemeinden in Streulage auf. In dem von Klima und Böden  besser gestellten, südlich angrenzenden „Gutland“ dominieren hingegen etwas größere Dorfstrukturen. Traditionell sind große Teile der VG Südeifel von der Landwirtschaft geprägt, die aber einem anhaltenden Strukturwandel unterworfen ist und sich vielfach im Zusammenhang mit den neuen Erwerbsmöglichkeiten zur Erzeugung Erneuerbarer Energien verändert. Von besonderer Bedeutung für die VG Südeifel ist auch der Tourismus, vor allem in den attraktiven Felsenlandschaften des Südens. Mit jährlich rund 500.000 Übernachtungen hat er einen hohen Anteil an der regionalen Wertschöpfung. Die Entwicklung des Tourismus ist daher in der VG Südeifel ein ganz besonderes Anliegen. In den letzten Jahren wurde mit Hilfe von Landes- und EU-Mitteln in touristische Infrastruktur investiert. Dieses betrifft den Bau von Radwegen auf ehemaligen Bahntrassen und in Flusstälern (Enz- und Prümradweg), die Aufwertung des Wanderwegenetzes durch Premiumwanderwege im grenzüberschreitenden NaturWanderPark delux sowie touristische Anlauf- und Informationsstellen. In Kooperation mit einem Privatinvestor konnte die Verbandsgemeinde den „Dinosaurierpark Teufelsschlucht“ entwickeln, der seit seiner Eröffnung im Frühjahr 2015 jährlich rund 70.000 Besucher anzieht und ein touristischer „Hotspot“ der Gesamtregion ist. In Folge des Zusammenschlusses der Altverbandsgemeinden wird die neue VG Südeifel nun auch touristisch einheitlich durch die Felsenland Südeifel Tourismus GmbH vermarktet.

Genau wie der gesamte Eifelkreis Bitburg-Prüm ist auch die VG Südeifel vom demografischen Wandel mit seinen Folgen, z.B. wachsender Gebäudeleerstand sowie der Schließung von Nahversorgungs- und Infrastruktureinrichtungen, betroffen. Wobei die Nähe zum Nachbarland Luxemburg mit seinem attraktiven Arbeitsmarkt, verbunden mit guten Einkommensmöglichkeiten und hoher Kaufkraft sowie der gut ausgebauten Infrastruktur als sogenannter „Luxemburgeffekt“ einen positiven Einfluss ausübt. Allein aus der VG Südeifel pendeln täglich über 3.000 Personen zu ihren Arbeitsstellen ins Nachbarland. Gleichzeitig wohnen viele Luxemburger in der Verbandsgemeinde Südeifel bzw. nutzen dort Einkaufsmöglichkeiten sowie Angebote der Handwerks- und Dienstleistungsbranche. Vor dem Hintergrund dieser Gebietskulisse und der genannten Fakten gibt es vielzählige Herausforderungen zu bewältigen, aber es bieten sich auch Chancen. Die VG Südeifel nimmt die Aufgaben der Daseinsvorsorge und Zukunftssicherung durch ihre Beteiligung an kreisweiten Entwicklungsprojekten, wie z.B. dem Internet-Breitbandausbau, dem „Zukunfts-Check Dorf“ und dem BMVI-Modellprojekt „Versorgung und Mobilität“, sowie durch eigene Initiativen zur medizinischen Versorgung im ländlichen Raum aktiv wahr.

Weitere Informationen: www.suedeifelinfo.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 10/2016

 

 

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