Ortsgemeinde Kesseling: Spuren der Geschichte im Kesselinger Tal

Nur echte Kenner der Eifel wissen um die Besonderheiten der kleinen Ortsgemeinde Kesseling in der Verbandsgemeinde Altenahr. Dass es sich um ein Dorf mit langer Geschichte handeln muss, darauf weist schon das wichtigste Gebäude hin: die Pfarrkirche St. Petri et Materni geht auf das 13. Jahrhundert zurück.
 
Pfarrkirche St. Petri et Materni mit dem Turm aus dem 13 Jahrhundert.Zwar handelt es sich überwiegend um einen Barockbau aus dem 18. Jahrhundert, der wehrhaft wirkende Turm aber ist rund fünfhundert Jahre älter. Und dieser Kirchenbau aus dem Mittelalter ist nicht die erste Kesselinger Kirche. Schon für das Jahr 762 ist in alten Urkunden eine Kirche nachgewiesen. Darin steckt die Besonderheit: In Kesseling gab es ein Kloster, von dem aus die Christianisierung der Region des Ahr-Eifel-Raumes eingeleitet wurde. Das Kloster war der berühmten Abtei Prüm unterstellt. Unterhalb der Kirche liegt der zweigeschossige Pfarrhof, die ehemalige Probstei der Abtei Prüm. Auch hierbei handelt es sich um ein sehr altes Gebäude, die am Haus angebrachte Jahreszahl 1703 weist „lediglich” auf eine Erweiterung im frühen 18. Jahrhundert hin. Das wertvolle Gebäude ist heute in Privatbesitz und wartet auf eine gründliche Restaurierung.

Das Kesselinger Tal und das Weidenbacher Tal sind echte Geheimtipps für Eifelwanderer. Von ihnen kommen viele, nicht zuletzt das weithin bekannte Steinerberghaus in 530 Metern Höhe lockt gerade die Mitglieder des Eifelvereins an. In Kesseling leben rund 430 Menschen, den Ortsteilen Staffel und Weidenbach zusammen rund 250. Flächenmäßig ist die Ortsgemeinde Kesseling die größte innerhalb der Verbandgemeinde, bei der Einwohnerzahl aber liegen Dernau und die Sitzgemeinde Altenahr mit je knapp 2000 Einwohnern vorn. Die 700 Bürgerinnen und Bürger aller drei Dörfer leben auf einem Gebiet von 31 Quadratkilometern.

Erschlossen wird der Ort über die Kreisstraße nach Ahrbrück, wo nicht nur die Bundesstraße in Richtung Bonn und Bad Neuenahr-Ahrweiler Verbindungen herstellt, sondern auch die Deutsche Bahn. Sie fährt immerhin im Stundentakt bis Remagen und zum Teil in einer umsteigefreien Verbindung bis Bonn. Arbeit finden die Einwohner überwiegend im Ballungsraum Köln-Bonn oder in der Kreisstadt Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie im Koblenzer Raum. So ist die etwas abgeschiedene Lage von Kesseling heute kein Nachteil mehr, was den Erhalt der Landschaft angeht, sogar ein Vorteil. Übrigens hat man kürzlich damit begonnen, am Rand von Kesseling wieder Wein anzubauen. Möglicherweise hatten einst die Mönche damit begonnen. Ob mehr daraus wird als eine sympathische landespflegerische Maßnahme, wird die Zukunft entscheiden. Das Dorfleben ist stark geprägt von immerhin zehn Vereinen, darunter auch die Ortsgruppe des Eifelvereins. In Kesseling existiert neben zwei Gaststätten auch noch ein Lebensmittelladen. Man weiß es sich einzurichten im idyllischen Kesselinger Tal.

Weitere Informationen: www.altenahr.de


Beitrag aus Gemeinde und Stadt 05/2003
 

 

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