Wasserversorgung in der Gemeinde Karambi

Bild 1: Diese drei Plastikrohre sind die Zuleitungen der Quellen in das Auffangbecken. Von hier aus wird das Wasser über eine unterirdisch verlegte Wasserleitung weiter nach Karambi gebracht.Die erste durch den Wasserfonds Ruanda geförderte Trinkwasseranlage ist Ende 2003 in Betrieb genommen worden. Es handelt sich um den Aufbau einer Wasserversorgung in der Gemeinde Karambi im Südwesten von Ruanda, die bis zu 3.000 Personen mit einwandfreiem Trinkwasser versorgt. Das Projekt wird zum größten Teil durch den Wasserfonds Bild 2: Das WasserauffangbeckenRuanda finanziert. Dazu kommen ein Zuschuss des Ministeriums des Innern und für Sport sowie nicht unerhebliche Eigenleistungen der örtlichen Bevölkerung.

Die Gemeinde, in der die Wasserversorgung aufgebaut ist, liegt im Distrikt Karaba in der Provinz Bild 3: Der Ingenieur Peter Michel verschließt das Wasserauffangbecken. Ein ruandisches Mädchen hat ihn auf dem Weg begleitet.Gikongoro. Ziel ist die nachhaltige Wasserversorgung der ländlichen Bevölkerung, insbesondere durch die Verbesserung der hygienischen Bedingungen. Die Versorgungsanlage umfasst zwei Quellfassungen sowie eine Zuleitung von rund neun Kilometern Länge. Dazu ist ein Fluss und eine Asphaltstraße unterquert worden. Im Siedlungsbereich gibt es neun Wasserzapfstellen sowie ein Wasserreservoir von 30 m3. Damit können rund 3.000 Menschen sowie die Primarschule Mugano mit 900 Schülern versorgt werden. Das Konzept öffentlicher Wasserzapfstellen ist optimal in die ruandischen Sozialstrukturen eingepasst. Probleme mit der Abwasserbeseitigung bleiben auf ein Minimalmaß beschränkt. Alle hoffen jetzt, dass die zuverlässige Wasserversorgung einen Entwicklungsschub für das lokale Kleingewerbe, das hier überdurchschnittlich entwickelt ist, mit sich bringen wird.

Die Projektleitung vor Ort liegt in den Händen eines professionellen Wasserbauingenieurs, der als Entwicklungshelfer für drei Jahre im Haus der Partnerschaft in Kigali tätig ist.

Bild 4: Die Landschaft, in die die Wasserleitung gebaut wurde, damit sauberes Wasser zu der Bevölkerung kommt.Bei der Projektierung und Planung wurde besonderes Augenmerk auf die zukünftige Betreuung und Wartung der Anlage gelegt, um die Versorgung auf Dauer sicherzustellen. Dazu ist, wie in Ruanda üblich, ein so genanntes Wasserkomitee gebildet worden, in dem verantwortliche Männer und Frauen aus der Gemeinde benannt sind (Instructeurs/-trices). Sie wurden im Vorfeld geschult und waren bereits in die Bauphase eingebunden. Die Verwaltung des Wasserkomitees erfolgt durch die Distriktverwaltung in Karaba, wo man diesbezüglich gute Erfahrungen gemacht hat.

Parallel dazu erfolgte im Vorfeld der Bauphase eine Sensibilisierung der Bevölkerung, um die Akzeptanz der Wasserversorgung zu steigern. Mehrere Versammlungen haben bereits stattgefunden. Um die Wertschätzung für das qualitativ hochwertige Wasser zu fördern, wird es gegen ein geringes Entgelt abgegeben.

Die Kosten des gesamten Projektes beliefen sich auf ca. 49.000 € (24,3 Mio. FRW). Alle importierten Produkte (Entlüftungsventile, Schwimmer etc), importierte Rohstoffe (PVC für Leitungen etc.) sowie der Transport waren extrem teuer. Die ungelernten Arbeitskräfte wiederum waren sehr günstig, so dass vieles (Grabarbeiten, Behauen von Steinen, Transport von Baumaterial etc.) von Hand und mit eigener Körperkraft gebaut bzw. hergestellt wurde. Daher entstanden für den Bau des Reservoirs lediglich Kosten in Höhe von ca. 1.000 € pro Volumen von 5 m3.

Bild 5: Ein kleiner Wasserlauf, an welchem sich die Menschen und das Vieh, welches in der Nähe der Quellen ist, bedienen können.Die Eigenleistung der Bevölkerung bestand hauptsächlich darin, die Gräben für die Wasserleitungen auszuheben und hinterher wieder aufzufüllen. Im Fall von Karambi beträgt die Eigenleistung ca. 6.320 € (entspricht ca. 3,16 Mio. FRW).

Die Aktivitäten im Überblick


  • Fassung von 2 Quellen Gasundwe I+II (ca. 0,8 l/s)
  • Verlegen von insgesamt 9 km Leitungen (max. Druck 17 bar)
  • Bau einer Flusstraverse und einer Straßenunterführung
  • Bau eines Reservoirs (30 m3, geplanter Standort)
  • Bau einer Brunnenstube
  • Bau von 9 Wasserzapfstellen (Umgebung der geplanten Wasserstelle Mugano/Schule)
 



          
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