Hausärztliche Versorgung in der Fläche

Die Entwicklung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum gestaltet sich in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz immer schwieriger. Gerade im niedergelassenen hausärztlichen Bereich wird die Versorgung zunehmend problematischer. Dies wird dazu führen, dass eine nahezu gleichwertige Lebensqualität in Städten und Gemeinden im ländlichen Raum nicht gewährleistet werden kann.
 

Aus den unterschiedlichsten ländlichen Bereichen in Rheinland-Pfalz erreichen uns und die Landespolitik eindringliche Apelle, der Entwicklung gegenzusteuern und Konzepte zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung auch in der Fläche zu entwickeln. Wir versuchen aktuell in Zusammenarbeit mit der für die Gewährleistung der Versorgungssicherheit zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung für Rheinland-Pfalz ein entsprechendes Konzept bei der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zu entwickeln.

Unter dem Gesichtspunkt einer der demografischen Entwicklung, wir werden weniger und älter, ist diese Notwendigkeit konkret. Eine Wohnortnahe ärztliche Versorgung ist auch ein bedeutender Standortfaktor. Denn ist die hausärztliche Versorgung in Zukunft nicht gesichert, führt dies zu einem Wegzug vor allem älterer Menschen aus der Fläche. Wir sind der Auffassung, dass die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen in Rheinland-Pfalz unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben im Sozialgesetzbuch V und der entsprechenden Möglichkeiten der Bedarfsplanungsrichtlinie unter Einbeziehung der Kommunalen Spitzenverbände und in Abstimmung mit dem zuständigen Ministerium sich auf den Weg machen müssen, die Raumgliederung in Rheinland-Pfalz zu überprüfen und ggf. zum Zwecke einer bedarfsgerechten, homogenen und stabilen Versorgung anzupassen. Die Kommunen sind dabei gerne bereit, auf der organisatorischen Ebene mitzuhelfen. Gemeinsame Praxisbetriebe und flexiblere Anstellungsmöglichkeiten sind dabei nur zwei der Beispiele, die helfen könnten, die Versorgung zu verbessern. Um entsprechende Anreize zu schaffen, muss aber auch über die Honorargestaltung von Hausärzten in ländlichen Räumen nachgedacht werden.

Ich will aber an dieser Stelle und von vorneherein klar und deutlich festhalten: Die flächendeckende Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung ist nicht Aufgabe der Gemeinden. Sie werden und können nicht als „Lückenbüßer“ einspringen, wenn der mit Versicherungsgeldern teuer erkaufte Sicherstellungsauftrag nicht erfüllt werden kann.

Wir werden aber gerne mithelfen, im Rahmen eines neuen Konzeptes in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz eine hausärztliche Versorgung zu gewährleisten, die die Chancen auch im ländlichen Raum bietet, diesen Standortfaktor für die Gemeinden im Land zu erhalten.


Ihr Winfried Manns

GStB-Kommentar aus Gemeinde und Stadt 10/2014
Winfried Manns
Geschäftsführendes
Vorstandsmitglied des
Gemeinde- und Städtebundes
 

 

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