20 Jahre gemeinsam für einen besseren Hochwasserschutz

Im September 1990 beschlossen die jüngst von einem Hochwasser betroffenen Kommunen zwischen Bingen und Koblenz, mit der Gründung der Hochwassernotgemeinschaft Mittelrhein e. V. künftig gemeinsam für einen besseren Hochwasserschutz zu kämpfen.
 

Hochwasser Bingen März 1988Das Maß war voll, als im März und April 1988 am Mittelrhein Rekordpegelstände erreicht wurden, die die Menschen in ihrer Existenz, ihrer Gesundheit und dem Leben bedrohten. Es entstanden Schäden in Millionenhöhe. Dieses Extremhochwassers hatten überwiegend überregionale Ursachen - ein durch Menschenhand verändertes Abflussverhalten vor allem am Oberrhein und an den Nebenflüssen.

 

Die Gründungsmitglieder hatten erkannt, dass nur eine starke Gemeinschaft Einfluss auf Politik, Verwaltung und Behörden nehmen und den Forderungen nach Rückhaltung des Hochwassers am Oberrhein Nachdruck verleihen kann. Sie folgten damit dem gedanklichen Ansatz der bereits nach dem Doppelhochwasser von 1983 gegründeten ersten Hochwassernotgemeinschaft in Braubach, die als reine Bürgerinitiative die ersten nachhaltigen Impulse zur Gründung von weiteren Bürgerinitiativen in Spay, Lahnstein, Koblenz-Neuendorf und Ehrenbreitstein gegeben und bereits 1984 Kölner Hochwasserexperten zu Informationsveranstaltungen nach Braubach am Mittelrhein eingeladen hatte.


Der Zusammenschluss entwickelte sich zu einem Erfolgsmodell. Nach den folgenschweren Hochwasserereignissen 1993 und 1995 kam es am 16. November 1996 zu einer wichtigen Erweiterung. Auf Initiative der Hochwasserschutzzentrale Köln kamen auch die Kommunen am Niederrhein dazu. So entstand die HWNG Rhein e. V. mit mehr als 70 vom Hochwasser betroffenen Gemeinden, Städten und Bürgerinitiativen. Sie vertritt heute fast eine Million Hochwasserbetroffene vom nördlichen Oberrhein bis zur niederländischen Grenze.

 

20 Jahre gelebte Solidargemeinschaft am Rhein – zunächst als Hochwassernotgemeinschaft Mittelrhein, dann ab 1996 als Hochwassernotgemeinschaft Rhein – bedeuten 20 Jahre Erfahrung in der Zusammenarbeit über kommunale und sogar Ländergrenzen hinweg, aber auch zwischen Verwaltungen und Bürgerinitiativen. Eine Zusammenarbeit, die sich bewährt hat. Dieses Modell wird seit dem letzten Jahr mit einem etwas geändertem Aufgabenspektrum auf kleine Einzugsbereiche in Rheinland-Pfalz übertragen.

 

Die HWNG initiiert und unterstützt dort die Gründung von Hochwasserpartnerschaften, freiwilligen Zusammenschlüssen von Gemeinden und Städten, die gemeinsam auf der örtlichen Ebene die Hochwasservorsorge verbessern wollen.


Weitere Informationen unter  www.hochwassernotgemeinschaft-rhein.de oder bei
hwngr@gstbrp.de.


Pressemitteilung Hochwassernotgemeinschaft Rhein e.V. vom 08.Oktober 2010

 

 

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